Camping auf fremden Planeten

Wo im Universum würdest du dein Zelt aufschlagen wollen? Hier auf der Erde, vielleicht auf dem Mars, dem Neptun oder gar auf einem extrem weit entfernten Planeten wie Dagon, WASP-12 b oder Kepler-186f?

Allein in unserem Sonnensystem befinden sich, inklusive unserer Erde, acht sehr verschiedene und faszinierende Planeten. Doch in der Unendlichkeit des Weltraums warten noch unzählige mehr. Bisher wurden insgesamt 3496 Exoplaneten in 2691 Planetensystemen jenseits des unseren entdeckt und stetig kommen hunderte neue Kandidaten hinzu. Obwohl der Mensch schon seit Jahrhunderten den Sternenhimmel erforscht, offenbart uns das Universum immer neue Erkenntnisse und Entdeckungen und gibt uns allerdings gleichzeitig unzählige neue Rätsel auf.
Schon unsere Vorfahren blickten sehnsuchtsvoll in den Himmel und erfanden fantasievolle Geschichten über die Himmelskörper und ihre Beziehungen zueinander. Doch mit dem bloßen Auge kann man nur einen kleinen Bruchteil dessen erkennen, was das Universum zu bieten hat. Um immer mehr Licht ins Dunkel zu bringen, trieben Wissenschaftler die Entwicklungen von Fernrohren und Teleskopen voran. Die heutigen Teleskope befinden sich nicht nur auf der Erde, sondern auch, wie z.B. Hubble oder Kepler, außerhalb unserer Atmosphäre. Sie sind in der Lage mehr als nur das für unser Auge sichtbare Licht einzufangen und führen so zu wichtigen Beobachtungen.
Da Planeten nicht selbst leuchten, sondern nur von ihren Sonnen angestrahlt werden, ist es gar nicht so einfach wie man denkt, diese zu finden. Aber die Menschheit hat gerade in den letzten Jahrzehnten einige spannende Dinge sowohl über unsere Nachbarplaneten, als auch über hunderte von Lichtjahren entfernte Planeten, entdeckt.

Um herauszufinden, ob einer der uns bekannten Planeten zu dir und deinen Vorstellungen von einem Weltraumcampingausflug passt und um einen Eindruck von der Verschiedenartigkeit der Landschaft auf den Planeten zu bekommen – hier ein paar interessante Fakten:

Merkur: Stell dir vor, du bist auf dem von Kratern übersähten Merkur. Er ist der Planet, welcher am dichtesten um die Sonne kreist. Deshalb erscheint sie dort auch etwa dreimal so groß, als wenn du sie von der Erde beobachtest. Da Merkur eine eiförmige Umlaufbahn hat und unregelmäßig rotiert stoppt die Sonne kurz beim Auf- und Untergehen.

Venus: Unser nächster Nachbarplanet, die Venus ist der heißeste Planet und es wird auf ihr bis zu 450 Grad warm. Das kommt durch die immens dicke Atmosphäre, welche die Hitze speichert. Außerdem verändert sie auch die Farben auf dem Planeten. Das Gestein dort ist grau,  würde dir aber durch das Licht, welches durch die Atmosphäre dringt, orange erscheinen. Die Landschaft der Venus besteht aus Kratern, Bergern, Tälern und zehntausenden Vulkanen.

Mars: Bevor man den Mars mit neueren Foschungsmethoden untersuchen konnte, wurde lange angenommen, dass es Vegetation und auch höhere Lebensformen geben könnte. Doch diese Hoffnungen wurden schnell enttäuscht und man bemerkte, dass der unbewohnte Planet doch „nur“ voller Krater und Vulkane ist.

Jupiter: Auf dem Jupiter kannst du leider kein Zelt aufschlagen, denn er hat an sich keine Oberfläche, da er aus herumschwebendem Gas und Flüssigkeiten besteht. Aber wärst du dort, könntest du die verschiedenen vielfarbigen Wolkenschichten und seine 53 unterschiedlich großen Monde beobachten. Beim genauen Hinschauen, kannst du auch seine drei Ringe sehen. Allerdings müsstest du dich vor den Stürmen dort in Acht nehmen, denn diese können mehr als 500 km/h schnell werden.

Saturn: Von der Zusammensetzung her ähnelt der Gasriese sehr dem Jupiter. Von ihm aus könntest du auch seine 53 bestätigten Monde betrachten, das spannendste jedoch sind seine vielen Ringe. Es wird angenommen, dass sie aus Kometen, Asteroiden und zertrümmerten Monden bestehen. Dabei variiert die Größe der Gesteinsbrocken von einem Staubkorn bis zu einem Haus und einige sind sogar so groß wie Berge.

Uranus: Dieser Planet besteht aus eisähnlichen Flüssigkeiten und an den kältesten Stellen erreicht die Temperatur bis zu -229 Grad. Seine blau-grüne Farbe erhält er durch die Methanwolken in seiner Atmosphäre, welche rotes Licht Schlucken. Auch hier kommen starke Winde auf, diese können sogar bis zu 900 km/h erreichen. Auf diesem Planeten gibt es auch mehrere Monde zu sehen, insgesamt 27, und auch Uranus besitzt Ringe. Die inneren Ringe, welche sich näher am Planeten befinden, sind dunkelgrau und die zwei Äußeren rot und blau.

Neptun: Noch stürmischer geht es auf dem Neptun zu. Hier wurde schon ein Sturm gesichtet, welcher so groß war, dass er die gesamte Erde hätte schlucken können und er war ganze 1200 km/h schnell. Seine „Oberfläche“ besteht, wie die von Uranus auch, aus eisigen Flüssigekeiten und ist wegen des Methans in der Atmosphäre blau. Er hat allerdings ein viel helleres und strahlenderes blau als sein Nachbarplanet.

Die Vielfältigkeit unserer Planeten lässt nur erahnen, was es außerhalb unseres Sonnensystems noch existiert. Bisher wurden z. B. ein Planet entdeckt, der schwärzer als Kohle ist und dessen Atmosphäre rot leuchtet; einen, dessen Ringe 200 mal größer sind als die des Saturn; ein wieder anderer besteht aus Eis und doch brennt stätig Feuer auf seiner Oberfläche oder 55 Cancri e, welcher ein riesiger ungeschliffener Rohdiamant ist.
Viele der heutigen wissenschaftlichen Entdeckungen lagen lange Zeit außerhalb dessen, was für möglich gehalten wurde. Doch das Universum ist unendlich und verändert sich unablässig. Aber bedeutet das nicht, dass alles was wir uns vorstellen können auch möglich sein könnte?
Wenn du dich das nächste Mal fühlst, als kämst du von einem anderen Stern und deinen Geist in einem Tagtraum zu deinem persönlichen Planeten wandern lässt, dann besteht die Möglichkeit, dass er existiert. „Let your mind wander“ und schau zu welchem Ort im Universum er dich führt.

Peggy Pohle

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Quellen:
Stand 29.06.2017
https://solarsystem.nasa.gov/planets/
https://www.nasa.gov/press-release/nasa-releases-kepler-survey-catalog-with-hundreds-of-new-planet-candidates
https://www.nasa.gov/mission_pages/hubble/main/index.html
https://astronaut.com/the-planet-of-burning-ice/
https://www.universetoday.com/118500/super-saturn-has-an-enormous-ring-system-and-maybe-even-exomoons/
http://www.spektrum.de/news/tres-2b-ein-planet-schwaerzer-als-kohle/1120406
http://www.zeit.de/wissen/2012-10/diamant-planet-yale

 

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