Parallele Panels München I

Freitag, 16. November 2018, 10:30–12:00 Uhr

Sektion I: Relationen

Distanzierung oder Orientierung? – Die Ausstellung als Medium der Vermittlung
Prof. Dr. Kurt Wettengl (Kurator, Frankfurt am Main),
Moderation: Prof. Dr. Klaus-Peter Busse

Sektion II: Schnittstellen

Einführung in das Thema der Sektion II
Rolf Niehoff
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In diesem Startpanel der Sektion II werden grundlegende Fragen und Problemstellungen, die das Thema der Sektion II betreffen, aufgeworfen, mittels Unterrichtsbeispielen unterrichtsbezogen veranschaulicht und gemeinsam mit den Teilnehmern erörtert. Solche Fragen und Problemstellungen können u. a. sein:

  • Was meint genau „gestalterisches Arbeiten in bild- bzw. kunstgeschichtlichen Zusammenhängen“?
  • Warum eine Verknüpfung von kunst-/bildgeschichtlichen Zusammenhängen und gestalterischem Handeln?
  • Wie lassen sich kunst-/bildgeschichtliche Zusammenhänge und gestalterische Arbeit z.B. in Lerngruppen mit nur zwei Wochenstunden Kunstunterricht verbinden?
  • Welche Möglichkeiten bieten gestalterische Rezeptionen?
    Besteht im Unterricht eine gleichwertige, wechselseitige Beziehung zwischen diesen beiden Handlungsweisen?
  • Wie kann gestalterisches Arbeiten in bild- und kunstgeschichtlichen Zusammenhänge im Kunstunterricht auch die außerschulische Medienpraxis bzw. Bildpraxis Jugendlicher aufgreifen?
  • Wie lassen sich die kunst-/bildgeschichtlichen Zusammenhänge mit den Subjektivitäten der Schüler(innen) verbinden? – Welche didaktischen Chancen liegen in einer solchen Verbindung?
Sektion III: Rezeptionsangebote

Von Leipzig nach München: Einführung in die Panelarbeit der Sektion III
Dr. Barbara Lutz-Sterzenbach (Gymnasium Gauting)  und Prof. Dr. Frank Schulz (Universität Leipzig, Institut für Kunstpädagogik)

AGIEREN_REAGIEREN: Aktion als Reaktion – Performative Rückgriffe auf kunsthistorische Bilder

Performances in Anknüpfung an Werke der Kunstgeschichte von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Kunst
Impulsreferat: Nezaket Ekici
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Im Impulsreferat zeigt die Künstlerin Nezaket Ekici Bilder ihrer Performances, in welchen kunsthistorische Motive und Themen als inspirierender Ausgangspunkt für die Erarbeitung und Umsetzung dienen.

Workshop: Performative Zugänge zu kunsthistorischen Bilder

Wie kann ein zweidimensionales Bild verlebendigt und in eine Performance transformiert werden? Durch einfache Mittel wie „Verzeitlichung“ und Dynamisierung eines an sich momenthaften und statischen Werkes gewinnen künstlerische Ideen an Komplexität und werden in Ausdrucksformen überführt, die die heutige Lebenswelt – geprägt von Volatilität und Schnelllebigkeit – auf neue Weise beschreiben. In dieser Transformation finden Bildungsprozesse bzw. Verstehensprozesse statt. Die Teilnehmenden des Workshops lernen Performance als eine Grenzerfahrung zu verstehen, die hohe Disziplin erfordert. Zudem entwickeln sie performative Ideen zu Bildern.

Sektion IV: Auswahlstrategien

Werk- und Methodenwahl im Kontext kunstunterrichtlichen Planungshandelns
Dr. Fritz Seydel

Sektion V: Positionsveränderungen

Von Leipzig nach München: Einführung in die Panelarbeit der Sektion V
Prof. Dr. Sidonie Engels

Pestalozzi, Lichtwark und Klafki: Ein gewagter Dreisatz aus der Fachgeschichte in die Gegenwart eines Unterrichts zu Bild und Kunst
Prof. Dr. Johannes Kirschenmann

Sektion VI: Fokussierung

Schlamm und Schein – Warum von Performance lernen heißt, von Grenzen der Performance zu lernen
Prof. Dr. Christian Janecke

Radikale Leibhaftigkeit in der Begegnung mit dem Fremden
Dr. Karin Hutflötz

Sektion VII: Lernortwechsel

Von Leipzig nach München – Einführung in die Panelarbeit der Sektion VII
Prof. Dr. Rainer Wenrich, Prof. Dr. Martin Oswald

Bildzugänge zu originaler Kunst
Katja Helpensteller

Sektion VIII: Interdisziplinarität

Nachdem in Leipzig die Fächer Deutsch, Geschichte, Religion und Kunst ihre Expertisen zum Medium Bild vorstellten, soll in München deutlicher der überfachliche Bezug als Bildungsauftrag herausgearbeitet werden.
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Das Bild als universelles Erschließungsmedium von Wirklichkeit im interdisziplinären Vergleich

Auch wenn die Fachdidaktiken sich traditionell eher als eigenständig (ihren je besonderen Fach- und Bezugswissenschaften verpflichtet) fühlen, leisten sie doch auch einen Beitrag zur Wahrnehmung überfachlicher Bildungsaufgaben. Anknüpfend an Leipzig wird wieder die mannigfaltige symbiotische Verbindung von Bildern und Texten im Mittelpunkt stehen. Gegenstand sind kunsthistorisch bedeutsame Bilder, nun aber auch verstärkt Bilder aus der Alltagskultur und Texte in Form von Fach- und Sachtexten sowie literarische Texte. Nach einer Einführung von Prof. Dr. Ulf Abraham und Prof. Dr. Alexander Glas erfolgt ein zentrales Impulsreferat von Prof. Dr. Kaspar Spinner. Folgende Fragen sollen im Anschluss in einem Workshop, verteilt auf die Panelzeiten I bis IV, erörtert werden.

  • Wie werden Bilder in den beteiligten Fächern Deutsch, Geschichte, Religion und Kunst erschlossen? Welche Methoden der Betrachtung kommen zum Einsatz?
  • Welchen Stellenwert hat das Bildgespräch im Unterricht? Welche Erfahrungen  liegen dazu in den beteiligten Fächern vor?
Sektion IX: Transkulturelle Prozesse

Inter- und transkulturelle Objekt-Perspektiven
Dr. Anette Rein (Bundesverband freiberuflicher Ethnolog_innen e. V.)
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Mindestens vier Begriffe (Multikulturalität, Interkulturalität, Transkulturalität, Hyperkulturalität) versuchen Aspekte des Verschiedenseins und des Gemeinsamen alltäglicher Lebenswelten zu fassen. Im Workshop werden Konzepte zu den Begriffen Inter- und Transkulturalität näher beleuchtet und diskutiert. Praktische Übungen in Kleingruppen anhand von alltäglichen Dingen sensibilisieren für unterschiedliche Perspektiven, die das Konzept von „Kultur als Prozess“ markieren.
Sektion X: Elementarpädagogik

Kunst und kulturelle Bildung in Russland – Ein phänomenologisch inspirierter Streifzug durch Kitas und Museen in Moskau
Prof. Dr. Ursula Stenger (Universität Köln)
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Diskurse, Positionen und Zugänge zu Fragen ästhetischer/kultureller Bildung hierzulande scheinen abgesteckt. Das Terrain ist vermessen, man kann sich positionieren. Fragen sind in Bearbeitung.
Auf der Suche nach neuen Ideen und möglicherweise anderen Angängen bin ich nach Russland gegangen, bin den Spuren gefolgt und habe teilnehmend in Museen, auch videografisch in Kitas beobachtet, Gespräche mit Teams in Kitas und Verantwortlichen für museumspädagogische Konzepte und mit Kindern geführt. Über Fallvignetten soll ein Zugang zu theoretischen, auch anthropologischen Fragen geschaffen werden, der an daran interessiert ist, sich in ein „Zwischen“ zu bewegen, in dem die Virulenz der Fragen spürbar wird und vielleicht spannende Blicke sich auftun können.
Moderation: Bettina Uhlig, Roland Karl Metzger
Sektion XI: Diversität und Inklusion

In dieser Sektion gibt es keine strenge Unterteilung in Panels. Die Sektionsleiter bilden mit den TeilnehmerInnen und ReferentInnen ein gemeinsames Arbeits- und Diskussionsforum.

Impulsreferate: Thomas Röske, Susanne Liebmann-Wurmer, Andreas Brenne/Michaela Sindermann und Susanne Bauernschmitt/Teresa Sansour
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Eine Gerüst bilden folgende Fragen :

  • Welche Impulse können aus der sogenannten Outsider Art, der Kunst von Menschen am Rand der Gesellschaft, zu der auch Kunstwerke von Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung zählen, für die Kunstpädagogik gewonnen werden?
  • Kann Outsider Art ein Gegenstand des Kunstunterrichts sein und in welchem Kontext sollte dieser vermittelt werden?
  • Inwieweit lässt sich das Fremde, das sich uns immer wieder entzieht, herausfordert und oft sprachlos zurücklässt, für ein gelingendes Unterrichtsgeschehen impulsreich annehmen?
  • Wie lassen sich künstlerische Denk- und Handlungsfelder eröffnen, die individuellen Weltsichten in einer im besten Sinn geteilten Welt Raum geben?
  • Wie verhalten sich Offenheit und Lernzielorientierung, geteilte Erfahrung und Wissens- bzw. Kompetenzvermittlung in inklusive Settings zueinander?

Susanne Bauernschmitt stellt gemeinsam mit Teresa Sansour entwickelte didaktische und methodische Perspektiven auf inklusiven Kunstunterricht aus kunstpädagogischer und sonderpädagogischer Sicht vor. Ausgangspunkt hierfür sind verschiedene inklusive Kunstprojekte aus Schule und Hochschule, bei denen – im Sinne einer künstlerischen Kunstpädagogik – das Subjekt im Mittelpunkt steht und eigenständige Bildungsprozesse an und mit der Kunst ermöglicht wurden.

Andreas Brenne untermauert die Reflexion der Begegnung mit dem Fremden als zentrale pädagogische Idee und wird Brücken zwischen Theorie und konkreter inklusiver Unterrichtspraxis vorstellen. In diesem Kontext werden Erkenntnisse aus einer aktuellen empirischen Studie von Michaela Sindermann (Universität Paderborn) zu den Überzeugungen von Kunstlehrkräften im Hinblick auf inklusive Lernarrangements vorgestellt. Dabei sollen Problemzonen des Transfers inklusiver Positionen in den Regelunterricht herausgearbeitet und Lösungsmöglichkeiten diskutiert werden.

Susanne Liebmann-Wurmer wird den Blick auf feine Töne der bildgetragenen zwischenmenschlichen Begegnung lenken und im Hinblick auf unsere Fragestellungen Möglichkeiten des sensiblen Umgangs mit unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Darstellungsweisen skizzieren.

Thomas Röske wird den Bereich der Outsider Art innerhalb des Systems Kunst beleuchten und uns mit anschaulichen Beispielen bekannt machen.

Anna-Maria Schirmer und Tobias Loemke moderieren die Sektionsarbeit und leiten kurze praktische Übungen sowie Diskussionsrunden zur gemeinsamen Vertiefung und diskursiven Auseinandersetzung mit den Inhalten der Referate an.