Ruth Petersen

Blick

In ihrem Aufsatz »Visual Pleasure and Narrative Cinema« beschäftigt sich Laura Mulvey mit den im kollektiven Unterbewusstsein verankerten, patriarchal geprägten Gesellschaftsstrukturen, die insbesondere in Hollywoodfilmen repliziert werden und sich auf die traditionelle Aktmalerei übertragen lassen. Dabei bezieht sich Mulvey auf die von Freud eingeführte Theorie der Skopophilie (Schaulust) in der voyeuristische Tendenzen einen angeborenen Instinkt und einen Teil unserer Sexualität darstellen. Beobachtete werden zum Objekt und einem kontrollierenden, wie auch neugierigem Blick unterworfen. Meine Bildserie »Blick« versteht sich in diesem skizzierten Kontext als ein Selbstversuch, um die im eigenen Unterbewusstsein verankerten »männlich« konnotierten Seh- und Darstellungsgewohnheiten zu entlarven. Die Selbstinszenierung vor der Kamera, die ich mit Selbstauslöser oder mit enger Kameraführung am Körper einfing, führte zu einem wechselvollen Spiel mit Perspektive, um den eigenen Blick auf Körperlichkeit und Selbstportrait zu erkunden und herauszuschälen.

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