Sebastian Wünsche

Eidolon Geist

Meine Abschlussarbeit ist von der Auseinandersetzung mit den Schriften zur Fotografie von Roland Barthes geprägt. Insbesondere habe ich mich mit dem Gedanken der paradoxen Rolle beschäftigt, die der Fotografie im Bezug zum »Bild« zuteil wird. So schreibt Roland Barthes, dass die Fotografie die Beglaubigung des Präsenz sei und das Wirkliche in vergangenem Zustand wiedergibt. Sie sei sozusagen das Vergangene und das Wirkliche zugleich: »Denn die Unbewegtheit der Photographie ist in gewisser Hinsicht das Ergebnis einer perversen Verschränkung zweier Begriffe: des Realen und des Lebendigen: indem sie bezeugt, das der Gegenstand real gewesen sei, suggeriert sie insgeheim, er sei lebendig, aufgrund jener Täuschung, die uns dazu verleitet, dem Realen einen uneingeschränkt höheren, gleichsam ewigen Wert einzuräumen; indem sie aber das Reale in die Vergangenheit verlagert.« (Barthes, 1989, S. 88–89)

Quelle: Barthes, Roland: Die helle Kammer, Bemerkungen zur Photographie. Frankfurt am Main 1989

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