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Tausendschön

… Maßliebchen, Monatsröserl, Magritli oder auch Gänseblümchen.

Wie selbstverständlich strecken die kleinen weiß-gelben Blümchen ihre Köpfe Jahr für Jahr aus der Erde. 

Gänseblümchenwiese

Ich erinnere mich der Blüte als Kind Orakelqualitäten zugetraut zu haben: Er liebt mich. Er liebt mich nicht. Er liebt mich. Er liebt mich nicht… Mich mit geflochtenen Kränzen zur Gänseblümchenprinzessin gekrönt, oder mich seiner als Dekoration für meine Sandkastenkuchen, bedient zu haben. Aber eigentlich wissen wir kaum etwas über das Pflänzchen. Dabei gibt es so einiges über die Wiesenblume zu lernen.

Grundwissen Gänseblümchen

Zunächst ein paar allgemeine Fakten. Das Gänseblümchen wächst in Mitteleuropa und Amerika. Zwischen Januar und November können wir es in Hausgärten, Parks, auf Wiesen oder Weiden bewundern. Es gehört zu der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Das flach am Boden wachsende, rosettige Blattwerk besteht aus spatenförmigen Blättern. Daraus erwächst ein 30-100mm langer, gerader Stängel, welcher eine Blüte fasst. Diese setzt sich aus gelben Röhrenblüten und zwei Reihen weißer, manchmal auch rosa eingefärbter, Randblätter zusammen.

Gänseblümchen mit rosa-gefärbten Randblättern

Zusatzwissen Gänseblümchen

Neben den zahlreichen, zu Anfang gelisteten, Bezeichnungen für das Gänseblümchen gibt es auch den wissenschaftlichen Namen: Bellis perennis, was so viel wie „schön“ (bellis) und „ausdauernd, ganzfährig“ (perennis) bedeutet. Das Pflänzchen blüht nämlich nicht nur das ganze Jahr, es ist außerdem ein wahrer Regenerationskünstler. Es hält zum Beispiel Temperaturen von bis zu -15° und vielen anderen äußeren Einflüssen stand. Wer einmal aus Versehen auf ein Blümchen tritt kann beobachten wie dieses gleich wieder aufsteht und unversehrt wirkt. Selbst der Rasenmäher kann dem Gänseblümchen nichts anhaben. Die flache Blattrosette bleibt beim Mähen unversehrt und durch ihre zahlreichen Ausläufer entstehen an den so genannten Tochter-Rosetten rasch neue Blüten.

Interessant ist zudem, dass das Gänseblümchen eine Lichtblume ist. Das bedeutet, dass es seinen Kopf der Sonne zuwendet und sich so den Tag über dreht. Außerdem verschließt es über Nacht und bei Regen die Blüte und öffnet diese wieder sobald es hell wird.

Gänseblümchen mit geschlossenen Blütenkopfen nach einem Regenguss

Das Gänseblümchen ist aber nicht nur Regenerationskünstler und nur einfach schön. Es kann auch gegessen werden. Anwendung findet es dafür zum Beispiel in Salaten und Tee oder verarbeitet in Sirup.

Darüber hinaus werden ihm sogar schmerz- und krampflindernde, wundheilende und entzündungshemmende Qualitäten zugesprochen.

Wenn du noch mehr über die medizinische und kulinarische Verwendung des Gänseblümchens lernen möchtest kannst du dich gern hier umschauen.

Anleitung Gänseblümchenwiese (PDF anzeigen)

Quellen

Buch, Corinna: Bellis perennis- Gänseblümchen (Asteraceae), Heilpflanze des Jahres 2017. 2018 [online]. In: https://www.botanik-bochum.de/jahrbuch/Pflanzenportraet_Bellis_perennis.pdf. (Stand: 09.07.21).

Spohn, Margot; Schröder, Carsten; Gölte-Bechtle, Marianne; Sohn, Roland: Was blüht denn da? Das Original. Sicher nach Farben bestimmen. Extra: Bäume, Sträucher, Gräser. 2008 Stuttgart.

Purle, Torsten: Gänseblümchen. Bellis perennis. 2021 [online]. In: https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Gaensebluemchen.html. (Stand. 09.07.2021).

Autorin des Beitrags: Deborah Espig

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Blüte Blütenfarben Dornen Kunst Literatur Rosen Schnittblumen

Grimms grüne Recken

„Psssssst, es geht los!“

Seit ich ein kleines Kind bin, gibt es am Sonntag um 12 Uhr nur eines zu tun: Schnabel halten und Sonntagsmärchen gucken.

Was mir dabei seit kurzem immer wieder bewusst wird: Die Märchenheld:innen lagern ziemlich viele ihrer Aufgaben an die pflanzlichen Bewohner:innen der Märchenwelt aus.

Egal, ob singende klingende Bäumchen, schüchterne Gänseblümchen, riesige Bohnenranken oder leckerer Rapunzelsalat – Pflanzen spielen immer wieder Gastrollen in meiner liebsten sonntäglichen 12 Uhr – Beschäftigung.

Eine Pflanze hat es den Gebrüdern Grimm & Co dabei besonders angetan: die Rose.

Klicke auf das Banner um zu sehen, wie die magische Blume wächst!

Sie gilt allgemein als Symbol für die Gefühle der Märchenheld:innen. Häufig symbolisiert sie Verletzlichkeit, gilt dabei aber stets trotzdem als wehrhaft, aufgrund ihrer Dornen (vor allem, wenn der oder die Falsche sie zu brechen versucht). Die, in ihr zusammen gebrachten Motive der Schönheit und zugleich Vergänglichkeit, können als Parabel für den Lauf des Lebens gesehen werden.

Die Königin der Blumen tritt in der Märchenwelt meist als rot oder weiß auf. Eine rote Rose steht symbolisch für Leidenschaft, Sehnsucht und Verlangen, während die weiße Rose für Unschuld, Treue und Reinheit steht. Zusammen genommen ergeben diese beiden entgegengesetzten Pole das wohl facettenreichste der Gefühle: die Liebe. 

Dass die Rose sich zu wehren weiß, aber gleichzeitig als gefühlvolle Liebesbotin taugt, sieht man an Grimms Märchenklassiker „Dornröschen“. 100 Jahre lang gelingt es der stacheligen Dornenhecke der Prinzessin allerlei liebestolle Jünglinge vom Leib zu halten, bis eines Tages „Der Richtige“ auftaucht. Vor ihm öffnet sie sich und lässt ihn ins Schloss, sodass einer glänzenden Zukunft der Verliebten nichts mehr im Wege steht.

Stiel der Rose mit Dornen: Symbole der Wehrhaftigkeit der schönen Blume bzw der Märchenhed:innen
Namensgeberin für „Dornröschen“

Nicht selten hält die tückische Liebesbotin den Märchenheld:innen auch einen Spiegel vor. Schneeweißchen und Rosenrot beispielsweise, wurden nicht nur nach ihren Lieblingsblumen benannt, sondern tragen darüber hinaus auch noch ihre Eigenschaften in sich. Während Rosenrot wild, mutig und neugierig ist, bleibt das sanfte, stille Schneeweißchen lieber daheim und schmeißt den Haushalt.

Auch im Märchen von der Schneekönigin zeigt die Rose der mutigen Gerda an, in welcher Gefühlslage sich ihr Bruder Kai gerade befindet, und hilft ihr so, sein Leben zu retten.

Im Märchen von der Schneekönigin vertrocknet die rote Rose, wenn es Kai schlecht geht, und blüht wunderschön, wenn es ihm besser geht.
vertrocknete Rose (links) und frische Rose (rechts)

Weitere Märchen in denen die Rose allerlei spannende Jobs übernimmt, sind zum Beispiel: „Die Schöne und das Biest“, „Der Rosenelf“ und „Jorinde und Joringel“.

Welche Aufgaben das sein können erfährst du hier:

Eines sollte uns also klar sein. Ohne die Rose als Liebesbotin, Sicherheitssystem oder Magieträgerin würden unsere liebsten Märchenheld:innen wohl oft ganz schön alt aussehen.

Quellen & Links

Grimms, Wilhelm; Grimm, Jacob; Hauff, Wilhelm, Andersen, Hans Christian: Der große Märchenschatz: Andersons Märchen, Grimms Märchen, Hauffs Märchen. Anaconda Verlag 2020

Märchen online

Märchen & ihre Symbole

Bedeutung der weißen & roten Rose

Autorin

Judith Marie Lichner

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Allgemein Blüte Garten Gesundheit Heilkräuter

TEA

Nur sehr wenige Getränke haben so viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen wie der Tee. Anstatt fertige Beutel im Supermarkt zu kaufen, kannst du auch ganz einfach deinen eigenen Tee selber herstellen und so das für dich ideale Mischverhältnis herausfinden. Auf welche Besonderheiten du dabei achten musst, wird dir in diesem Beitrag aufgezeigt.

In 2 Einmachgläser sind getrocknete Holunderblüten und die eigene Teekreation aufbewahrt.
Im liegenden Glas sind getrocknete Holunderblüten. Im stehenden Glas ist die eigene Teekreation.

Unabhängig davon, ob du eher Kräuter-, Schwarz-, Grün- oder Früchteteeliebhaber bist, sind deiner Fantasie keine Grenzen beim Zusammenstellen deines eigenen Tees gesetzt. Zusätzlich ergibt sich der Vorteil, dass du genau weißt, woher der Tee wirklich kommt, denn viele Kräutertees, die man im Handel erwerben kann, sind oft mit Schadstoffen belastet. Es bietet sich sogar die Möglichkeit, dass du eigene Kräuter im Garten anbauen und für die Teeherstellung nutzen kannst. Mehr dazu findest du hier: Link.

Infografik zu verschiedenen Teesorten.
Wenn du mehr über die verschiedenen Teesorten erfahren möchtest, dann klicke hier.

Darauf solltest du nach der Ente achten:

Nachdem du die Kräuter oder Früchte geerntet hast, bieten sich dir jetzt unterschiedliche Herangehensweisen an, zwischen denen du die Wahl hast. Zum einen kannst du deine gesammelten Zutaten frisch aufbrühen. Kräuter wie Rosmarin, Pfefferminze und Kamille geben bereits ausreichend Geschmack ab, um einen aromatischen Tee zu brühen.

Pfefferminze
Pfefferminze im Garten.

Noch vollmündiger gelingt deine Teemischung jedoch, wenn du alle Zutaten vollständig trocknen lässt. Zusätzlich ist deine Teemischung dadurch länger haltbar. Die Kräuter sind dafür einfach an einem warmen, dunklen Ort aufzuhängen oder in einem Ofen bei niedriger Temperatur über mehrere Stunden zu trocknen. Falls du Früchte für deine Zusammenstellung benutzen möchtest, müssen diese ebenfalls getrocknet sein. Bei der Mischung sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt: Beeren, Birnen, Kirschen, Mangos oder Äpfel eignen sich hierfür besonders. Getrocknet werden die Fruchtstücke am besten im offenen Ofen bei 50 Grad für 5 bis 8 Stunden oder in einem speziellen Dörrautomat. Wichtig ist, dass alle Zutaten gut durchgetrocknet sind, damit sich in der Teezusammensetzung kein Schimmel bildet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kräuter, Blätter und Blüten beim Berühren zerbrechen und rascheln, Früchte hingegen hart sein sollten.

Zwei Eimachgläser gefüllt mit Holunderblüten und selbstgemachten Kräutertee.
Deine Teekreation kannst du einfach und luftdicht in einem Einmachglas verpacken.

Das richtige Mischverhältnis

Ähnlich wie ein gutes Parfüm, besteht auch eine Teemischung aus Basis-, Kopf- und Herznoten. Die Hauptkräuter der Teemischung entsprechen der Basisnote und machen dementsprechend den größten Teil der Teemischung aus. Dabei ist ein Mischverhältnis von sechs Teilen Basiskräutern, vier Teilen Kopfnoten und zwei Teilen Herznoten zu wählen.

Ein Rezept für einen selbstgemachten Tee

Eine vollmundige, aber relativ einfache Teemischung besteht nur aus folgenden 5 Zutaten.

  • 60 g Lindenblüten
  • 20 g Lavendel
  • 20 g Minze
  • 10 g Himbeerblätter
  • 10 g Kornblumenblüten

Mische alle Zutaten und verpacke die Teemischung luftdicht, damit dieser nicht feucht wird.

Zwei Teefilter gefüllt mit selbst hergestellten Tee.
In den Teebeutel befindet sich einmal eine Kräuterteemischung (rechts) und eine Früchteteemischung (links).

So brühst du deinen selbstgemachten Tee auf

Du musst beim Schritt des Aufbrühens darauf achten, dass die verschiedenen Teesorten unterschiedliche Brühtemperaturen aufweisen. Außerdem ist es wichtig, dass man dem Tee genügend Zeit lässt, um sich zu entfalten.

Aufgebrühter Tee in einer Tasse mit Zitrone.
Aufgebrühter Tee aus der eigenen Teekreation.
Animation über das Eingießen in einer Teekanne. Über einen Link kommt man zu einer HTML- und Index-Seite.

Plakat

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Text und Bilder: Julian Lehmann

Link:

Kräuter pflanzen: Tipps und Tricks [letzter Zugriff: 08.07.2021]

Tee selber machen: Ideen für selbstgemachte Teemischungen [letzter Zugriff: 08.07.2021]

Tee selber machen: 6 Garten-Kräutertee-Rezepte [letzter Zugriff: 08.07.2021]

Quellen:

Anon., 2017. TEE – Sorten, Anbau, Geschichte, Zubereitung, Rezepte und vieles mehr. München: Prestel.

Brosius, A., 2018. Utopia. [Online]
Available at: https://utopia.de/ratgeber/tee-selber-machen-ideen-fuer-leckere-teemischungen/
[letzter Zugriff 08.07.2021].

Schmidt, R., 2017. Das große Teebuch. Wien: Braumüller Verlag.

Vollers, A., 1996. Tee alles Wissenwertes über Geschichte, Kultur, Herstellung, Sorten und die Kunst Tee richtig zu genießen. München:Heyne.

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Biologie Blüte Blütenfarben Fortpflanzung Pflanzenfarben

Foodporn für Insekten

Die schier grenzenlose Vielfalt der Farben, Formen, Düfte, Muster und Merkmale von Blüten begeistert den homo sapiens seit jeher. Jeden lang ersehnten Frühling kann man auch in unseren Breitengraden wunderschöne Blütenexplosionen bestaunen. Warum aber sehen alle Blüten eigentlich so unterschiedlich aus?

Das Phänomen der Blütenpluralität erfüllt wie alles auf diesem grandiosen Planeten einen ganz besonderen Zweck:
Jede Blüte ist in ihrem Festtagskleid nicht nur ideal an das eigene Habitat angepasst, sondern lockt gleichzeitig mit Form, Farbe und Duft ganz bestimmte Bestäuber an.
Falls du nicht weißt, wie Bestäubung grundsätzlich funktioniert, findest du hier einen Link zu einer einfachen Erklärung.
Neben Bienen als allseits bekannte Bestäuber, gibt es noch zahlreiche andere Lebewesen, die an der Verbreitung des Blütenpollens beteiligt sind. Dies können Tag- und Nachtfalter (z.B. Schmetterlinge), Käfer, Fliegen, Vögel und Eidechsen und sogar Säugetiere wie Fledermäuse sein.
Bestäubung durch Tiere (=Zoophilie) ist evolutionär gesehen ein recht „neues“ System. Alte Pflanzenarten vermittelten ihren Pollen noch durch den Wind (= Anemogamie, z.B. Löwenzahn) oder das Wasser (= Hydrogamie, z.B. Nixenkraut).
Ein unökonomisches Prinzip, denn hier muss
a) sehr viel Pollen produziert werden,
b) geht viel von dem teuer hergestellten Pollen im Wind oder Wasser verloren und
c) kann jedes Lebewesen den schmack- und nahrhaften Pollen einfach von der Mutterpflanze abknabbern.
Deshalb entwickelte sich vor ungefähr 145 Millionen Jahren durch natürliche Selektion ein geniales Erfolgskonzept heraus: die Blüte. 

Zentral im Bild eine Seidenbiene auf einer blauen Kornblume
(vermutlich) Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius) auf
Kornblume (Centaurea cyanus)

Die Bestäubung erfolgt hier nicht mehr zufällig, sondern gerichtet und somit effizienter: eine Tierart mit speziellen Mundwerkzeugen sammelt den Pollen und transportiert ihn anschließend zur nächsten Pflanze. Durch weitere natürliche Selektion bzw. #adaptive Radiation entwickelten sich diverse Farben, Formen und Düfte heraus, die ideal an die Vorlieben der Zielgruppe angepasst sind.

Eine Langhornbiene auf einer Wiesenkleeblüte
Juni-Langhornbiene (Eucera longicornis) auf Wiesenklee (Trifolium pratense)

Jeder Insektengruppe wird also ein ganz persönlicher Food-Porn präsentiert, um so viele Bestäuber wie möglich anzulocken.
So zum Beispiel Tagfalterblüten: Sie strahlen in gelb, weiß, rot oder blau (diese Farben können Tagfalter/Schmetterlinge mit ihren Augen erkennen), duften auffallend süßlich- parfümartig und haben ihren Nektar in röhrenförmigen Blüten versteckt: hier kann nur ein Insekt mit langem Rüssel den süßen Schatz erreichen. So hat der Tagfalter seine ganz persönliche Blüte die sich nur für diesen herrlich herausgeputzt hat.
Im Laufe der Evolution entwickelten sich verschiedene “Bestäubungssyndrome” heraus. Diese beschreiben Gruppierungen von Eigenschaften einer Blüte, die Hinweise auf die jeweiligen Bestäuber geben.

ein rot schwarzer Weichkäfer hangelt sich zwischen zwei Halmen Rispengras
rot schwarzer Weichkäfer (Cantharis rustica) auf Rispengras (Poa annua)

Banner zur Animation
Klick hier und lass Dich überraschen!

Diese Infografik zeigt dir zwei Insekten und deren bevorzugte Blüten:

Klicke auf das Banner!

Diese PDF-Datei enthält eine ausführlichere Auflistung der bisher erforschten Bestäubungssyndrome. 

weiterführende Links:

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Quellen:

  • Peter Leins, Claudia Erbar: Blüte und Frucht. Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Phylogenie, Funktion, Ökologie. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2000
  • Joey Lukas: Psychophilie und Sphingophilie. Anpassung von Blüten an die Bestäubung durch Schmetterlinge. Grin, 28. März 2018

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Autorin: Anthea Pfeiffer

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Bäume Blüte Garten Obst Scrollgrafik

Wassermangel bei Bäumen

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Allgemein Blüte Kosmetik Rosen

Blüte für die Schönheit

Eine Rose, gestaltet als Signet mit großen schwarzen Flächen.

Ein Experiment zur Herstellung von Make-Up aus Rosenblüten

Aufgebrezelt zur nächsten Party oder sich einfach nur für das bevorstehende Date aufhübschen: So manch einer oder eine traut sich ohne eine wohltuende und sicher fühlende Schicht Make-Up noch nicht einmal gegenüber zum Bäcker des Vertrauens. Sei es Kajal, Lippenstift oder die vom Selbstbewusstsein verschriebene Abdeckcréme: Kosmetikprodukte sind aus den Gesichtern der Bevölkerung nicht mehr wegzudenken. Umso faszinierender, dass eben solche schon seit hunderten von Jahren das Antlitz manches Mannes oder mancher Frau erstrahlen ließen. Im Gegensatz zum 21. Jhd. jedoch, konnte eine alterwürdige Konkubine eines chinesischen Fürsten nicht mal eben zum Drogeriemarkt um die Ecke gehen, um sich mit Rouge und Puder einzudecken. Inhaltsstoffe und Materialien waren nicht synthetischer Natur, sondern einfach nur Natur pur.

Und genau das ist der Punkt: Irgendwie konnten Menschen sich schon immer hübsch (falls überhaupt von Nöten) machen, früher sogar ganz ohne künstliche Chemie. Warum sollte ein solcher Prozess nicht auch heutzutage reproduziert werden können? Also fix Recherche betrieben und mittels eines Videos einer chinesischen Youtuberin fündig geworden: Das Zauberwort heißt Blüten. Im alten China wurden unter anderem Rosenblüten als Farbstoff zur Make-Up-Herstellung verwendet. Diese sind nicht nur sehr ergiebig in ihrer rötlichen Färbung, sie besitzen auch den netten Nebeneffekt eines unwiderstehlichen Duftes. Lippenstiftpapier und Rouge waren dabei gängige Produkte, die aus den Blüten der Rose hergestellt werden konnten.

Nahaufnahme von pinken Rosenblüten, mit einzelnen Wassertropfen auf den Blättern.

So begab ich mich also in den Garten meiner Eltern, um mir einen kleinen Rosenstrauß zu pflücken. Aber siehe da, mein „schwarzer“ Daumen machte sich bemerkbar: Rosen sind nicht dafür bekannt bereits Anfang April zu erblühen. Eher im Mai oder Juni. Nun, die Herstellung drängte, schließlich war von meinem Lippenstift nur noch ein kleiner Stumpf übrig. Also fix zum nächsten Blumenhändler, und schon hielt ich einen beachtlichen Strauß aus Rosen in meinen Händen.

Ein Banner mit einer Animation, welche verschmelzende Blüten zeigt, die sich zu einem Lippenstift transformieren. Am Ende der Animation steht das Wort Rosenrot.
Wie ich mir die Transformation von Rosen zu Lippenstift vorstelle, erfahrt ihr mit nur einem Klick.

Ein Meer aus Blüten und andere Materialien

Rote Rosenblüten in einer durchsichtigen Schüssel.
Lediglich drei Rosen mussten „Blüten lassen“.

Aber nur aus Blüten lässt sich noch kein Lippenstift herstellen. Schließlich würde es dem abwischbaren Accessoire an Konsistenz fehlen. Es bedarf also noch einiger anderer Bestandteile, um mein Naturprodukt „salonfähig“ zu machen. Was für Zutaten mein flüchtiger Blick in das Referenzvideo noch offenbart hat, erfahrt ihr mit nur einem „Klick“ auf die folgende Grafik:

Grafik von einem zerteilten roten Lippenstift, in dessen Lücken "Klick doch mal hier!" steht.

Okay, ich muss zugeben, Sheabutter ist jetzt nicht wirklich dafür bekannt, im alten China für Kosmetik verwendet worden zu sein. ABER es ist ein Naturprodukt, besonders gesund in der unraffinierten Variante, und wird in vielen DIY-Lippenstiftanleitungen verwendet. Soll nämlich nochmal einen extra Feuchtigkeitsboost geben. Und da meine Lippen so aufgerissen wie die Jeans einer Dreizehnjährigen sind, bin ich dieser kleinen Dreingabe nicht abgeneigt.

Nachdem die Zusammensetzung meines Lippenstiftes gründlichst recherchiert, sämtliche Lebensmittel- und Drogeriemärkte der Umgebung abgesucht und letzten Endes das Amazon-Prime-Konto meines Vaters in Anspruch genommen wurde, hatte ich meine Zutaten (Bienenwachs, Sheabutter, Olivenöl) zusammen. Endlich konnte ich mit meinem Experiment zur natürlichen Schönheit starten!

Ein langwieriger Herstellungsprozess

Enthusiastisch sollte mein Lippenstiftabenteuer beginnen, doch schon bald stellte sich mir eine nicht beeinflussbare Macht entgegen: Mutter Natur! Um Blüten effizient (noch wichtiger: schnell!) trocknen zu können, wäre die geballte Kraft der Sonne schon mal ein Anfang. Aber naja, wir hatten April. Regen. Natürlich. Normalerweise würde das Trocknen nur vier Tage dauern, vorausgesetzt eine große lachende Sonne strahlt dich an. Nun gut, also verteilte ich die Blüten auf Küchenrolle und stellte sie an einen Ort, wo sie meinen Eltern nicht allzu sehr auf die Nerven gingen.

Getrocknete Rosenblüten in einem durchsichtigen Glas.
Getrocknete Rosenblüten.

Letztendlich dauerte es zehn Tage, bis die Rosenblüten auf ein Drittel ihrer Ursprungsgröße zusammengeschrumpft und zwischen meinen Fingern zu Staub zerfallen waren. Gut gelaunt sollte es jetzt also in meine kleine „Hexenküche“ gehen, um die unterschiedlichen Zutaten zusammen zu mixen. Natürlich könnte ich jetzt jeden einzelnen Schritt beschreiben, aber da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, empfehle ich einen einfachen „Klick“ auf die unten stehende Grafik, wenn ihr mehr erfahren wollt.

Ein Grafik, welche oben links "Von der Blüte zum Mund" und unten rechts "Wie stelle ich einen Lippenstift aus Rosen her?" stehen hat. Oben rechts ist eine Lippenstiftgrafik, in der Mitte ein rosa Streifen mit weißen Rosenblüten und unten links ein dunkelrotes Rostenblütensignet.

Leider kann ich keine allzu genauen Mengenangaben für die Zutaten liefern. Viel mehr war die Herstellung ein ständiges Hin- und Herprobieren, bis ich mit der Konsistenz und der Farbigkeit zufrieden war. Falls ihr also mein kleines Experiment selbst ausprobieren wollt, empfehle ich euch das gute alte „Bauchgefühl“. Aber Moment, bevor ich leichtfertig Empfehlungen ausspreche: Hat es denn letztendlich geklappt?

Natürlich schön

Ein sechseckiges durchsichtiges Behältnis, welches selbstgemachten, dunkelroten Lippenstift enthält.
Was lange währt, wird endlich gut. Selbstgemachter „Lippenstift“.

Tadaaa! Das ist er als nun. Natürlich kann nicht wirklich die Rede von einem Lippen“stift“ sein, aber wenn ich diese rötliche Masse auf meinen Lippen verteile, bleibt eine signifikante (wenn auch zarte) Färbung zurück. Und nichts anderes ist doch der Sinn von färbenden Lippenprodukten.

Würde ich also wieder einen Lippenstift aus Rosen herstellen? Unbedingt! Nur könnte dies frühestens wieder in einem Jahr geschehen. Warum? Weil dann die Rosen wieder blühen, und weil (sind wir mal ehrlich) ich meinen jetzigen Vorrat bis dahin niemals aufgebraucht haben werde. Lippenstift trage ich nämlich höchstens dreimal im Jahr.

Quellen

Eine traditionelle chinesische Methode der Make-Up-Herstellung.

Nützliche Informationen zur Sheabutter: https://www.breuninger.com/de/editorial/hautpflege/inhaltsstoffe/shea-butter/

Interessante Anwendungsbereiche für Olivenöl: https://www.breuninger.com/de/editorial/hautpflege/inhaltsstoffe/olivenoel/

Alles was du über Bienenwachs wissen musst: https://bienen.info/bienenwachs-verwendung-studien-und-diy-anleitungen/

Text und Medien: Kira Rannacher

Plakat

Ein Plakat mit dem Namen "Blüte für die Schönheit". In der Mitte sind acht pinke Rosenblüten und ein roter Lippenstift zu sehen. Unten links steht "Ein Projekt des Instituts für Kunstpädagogik der Universität Leipzig". Unten rechts sind ein QR-Code und ein Rosenblütensignet zu sehen.
Plakat zu dieser Seite
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Artikel Blüte Rosen Stachel

Eine stachelige Angelegenheit

„Truths and roses have thorns about them.“

-Henry David Thoreau

Dieses Zitat ist nur eines von vielen, dass sich darauf bezieht, das Rosen Dornen hätten. Das ist aber nur ein weit verbreiteter Irrtum, denn eigentlich haben Rosen Stacheln.

Der Stachel von Rosengewächsen (Rosaceae), ist im Gegensatz zum Dorn harmlos. Eine Ausstülpung der Oberhaut (Epidermis) bildet den Stachel. Es handelt sich hierbei um nicht umgewandelte Pflanzenorgane. Stacheln lassen sich leicht entfernen und hinterlassen nur eine Narbe. Die Pflanze ist nicht verletzt. Es ist sehr viel weniger schmerzhaft sich an einem Stachel der Rose zu stechen, im Gegensatz zum Dorn. Denn die Letzteren sind weitaus spitzer, stabiler und verwachsener mit dem Spross.

Die Stacheln einer Rose
Die Stacheln einer Rose

Dornen sind Kurztriebe, die mit dem Holz der Haupt- oder Seitentriebe verwachsen sind. Es handelt sich dabei um eine umgewandelte Sprossachse, Blätter oder Nebentriebe die spitz herauswachsen. Die Dornen sind dabei mit fest mit der Pflanze verwachsen und mit Leitbündeln durchzogen. Die Leitbündel sind für die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen verantwortlich. Die Dornen einer Pflanze sind nur schwer zu entfernen. Dazu wird ein Messer oder eine Rosenschere benötigt. Wird der Dorn entfernt bleibt eine Wunde zurück. Es ist für Tiere und Menschen schmerzhaft, wenn man an Dornen hängen bleibt. Die Pflanzen werden dadurch allerdings vor Fraßfeinden oder unerwünschtem Abpflücken geschützt. Pflanzen, die nach botanischer Definition richtige Dornen haben sind unter anderem, Pyraacantha cocinea (Feuerdornen), Hippophae Rhamnoides (Sanddorn) und Prunus spinosa (Schlendern).

Dornen Typen

Im Gegensatz zu Stacheln lassen sich Dornen in unterschiedlichen Kategorien einordnen. Blattdornen entstehen aus umgewandelten Blättern oder das austreten der Blattader führt dazu das ein Blattdorn entsteht. Blattdornen sind an der Assimilation beteiligt, aber verdunsten weniger Wasser als die eigentlichen Laubblätter. Kakteen sind das beste Beispiel für Blazttdornen. Diese verhindern unter Anderem das Austrocknen der Pflanze. Der verholzte Jungtrieb dient im Folgejahr als Fraßschutz. Sprossdornen entstehen aus Kurztrieben. Diese sind mit dem Holzteil des Gehölzes verwachsen. Nebenblattdornen sind verholzte Nebenblätter und kommen zum Beispiel bei der Robinie (Robinia pseudacacia) vor. Wurzeldornen sind selten. Sie treten bei den oberirdischen Teil von sprossbürtigen Wurzeln einiger Palmenarten auf.

Dornen in der Kunst

Nicht nur in Dornröschen spielen Dornen eine große Rolle, sie haben auch sonst eine hohe Symbolkraft. In der Regel werden Dornen auch in der Kunst mit Stacheln verwechselt, aber die Bedeutung bleibt Dieselbe. Dornen stellen oftmals das Leid, Spott und Hindernisse dar. Fast immer ist die Bedeutung von Dornen negativ besetzt. Bei Sprichwörtern wie „Das ist mir ein Dorn im Auge“ oder „Keine Rose ohne Dorn, keine Liebe ohne Dorn“ taucht der Dorn typischerweise in einem negativen Kontext auf und ist eine Metapher für Schmerz oder Hindernis.

Rosa Cultivars

Die gemeine Rose (rosa cultivars) gehört zur Familie Rosaceas (Rosengewächse). Es gibt über 30 000 Sorten. Ursprünglich kommen Rosen aus der subtropischen Zone, zahlreiche Sorten sind in Europa mittlerweile heimisch, zum Beispiel die Hagebutte. Die Wuchshöhe von Rosen variiert zwischen wenigen Zentimetern und mehreren Metern. Blütenform und Farbe ist dabei so vielfältig wie die Wuchshöhe. Rosen sind in rot, rosa, weiß, gelb, orange, aprico und lachsfarbig erhältlich. Die Blütezeit ist in der Regel Juni bis Juli, allerdings ist diese Sortenabhänig.

Die Blüte einer Hagebutte
Die Blüte der Hagebutte
Rosa canina
  • Deutscher Name: Hagebutte oder Hundsrose
  • Familie: Rosaceae (Rosengewächse)
  • Herkunft: Europa
  • Standort: Sonnig bis halbschattig
  • Geschlecht: zwittrig
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Blütenfarbe: Rosa bis weiß
  • Fruchtart: Sammelfrucht
  • Fruchtreife: September bis Oktober

Die Hagebutte ist eine der wenigen Rosensorten, die Früchte tragen. Die Früchte sind zum Verzehr geeignet. Sie sind reichhaltig an Vitamin C, je nach Sorte enthalten 100g Hagebutten ca. 1.500 mg. Eine Kiwi bringt es im Vergleich dazu auf 45 mg Vitamin C pro 100g. Hagebutten sind also gut für die Gesundheit.

  • Sie stärken das Immunsystem
  • Sie schützen die Zellen vor freien Radikalen
  • Sie hilft Hormone und Botenstoffe zu bilden
  • Sie unterstützen bei der Regeneration von Haut, Nägeln und Bindegewebe
  • Sie ist wichtig für den Cholesterin und Fett-Stoffwechsel
  • Sie hilft Eisen besser aufzunehmen
verblühte Hagebutte, Entwicklung der Hagebuttenfrucht
verblühte Hagebutte, Entwicklung der Hagebuttenfrucht

Die Früchte können zu Tee verarbeitet werden. Dazu müssen diese nur getrocknet sein und mit heißem Wasser aufgegossen werden. Getrocknet sind die Hagebuttenfrüchte mehrere Monate haltbar. Sie eignen sich auch um als Konfitüre verarbeitet zu werden. Dazu müssen die Früchte nicht entkernt werden. Nach ca. 30 Minuten sind die Hagebutten weich genug um sie weiter zu passieren. Bei dem Passierprozess wird die Hagebutte von Kern und Fruchtfleisch getrennt. Das Fruchtmus kann dann nach Belieben mit Gelierzucker aufgekocht werden. Hagebutten sind nicht nur Gesund, sondern auch lecker.

Links

Hagebuttenrezepte

Ratgeber Hagebutte

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Quelle

Texte und Grafik: Sonja Hanßen

https://www.gartenjournal.net/rose-steckbrief

https://www.baumkunde.de/Rosa_canina/

https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/ziergaerten/stacheln-oder-dornen-der-unterschied-27756

https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/ziergaerten/rosen-die-klassifizierungen-im-ueberblick-23251