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Hexenbrauch

„Durch das Verglimmen holen wir den Geist einer Pflanze hervor.“
(Die Magie der Hexen, Claire)


Das Räuchern hat eine lange Tradition in vielen Kulturen, Religionen und Orten dieser Welt. Über seinen Ursprung lässt
sich heute nur spekulieren. So vermutet man das beim Zusammensitzen am Feuer, diverse Kräuter, Bätter, Holz- und Rindenstücke in die Flammen geworfen wurden. Die dabei entstandenen Düfte hatten ganz unterschiedliche Effekte auf die Stimmungen der Menschen. Daraufhin wurden die Kräuter gezielt nach ihrer Wirkung gesammelt und angewendet. Das Wissen über die Pflanzen, Hölzer und Harze wurde über Generationen weitergegeben und erweitert.

Die Basis des Räucherbündels bildet der Waldmeister.

Es gibt ganz unterschiedliche Methoden des Räucherns. Eine sehr einfache Möglichkeit besteht darin Räucherbündel aus Pflanzen zu binden. Diese kann man ganz einfach mit heimischen Pflanzen aus dem Garten, Wald oder vom Balkon herstellen. Für ein belebendes Frühlingskräuterbündel habe ich vier bekannte Vertreter gewählt, die ab April in der Natur zu finden sind.

Waldmeister, auch wohlriechendes Labkraut genannt, verströmt beim Räuchern seinen angenehm waldigen Duft, der entspannend und beruhigend auf Körper und Geist wirkt.
Hirtentäschel verstärkt mit seinem erdigen Geruch den aufhellenden Effekt des Waldmeister. Es hilft außerdem bei Konzentrationsschwäche und Traurigkeit.
Gundermann vitalisiert und reinigt mit seiner kräftigen Duftnote den Körper. Schon Hildegard von Bingen empfahl das Heilkraut gegen Frühjahrsmüdigkeit.
Löwenzahn wirkt sich besonders positiv auf das Gemüt aus und wurde früher zu Samhain verräuchert um böse Geister zu vertreiben.

Worauf du beim Wickeln achten solltest:
– Die Kräuter etwas anwelken lassen vor der Verarbeitung
– 100 %ige Naturgarne verwenden (z.B. Baumwolle)
– So straff und eng wie möglich binden

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Sobald dein Räucherbündel fertig ist, wird es mit dem Garn auf-gehangen. Wie lange es braucht um komplett durchzutrocknen, ist abhängig davon wie dicht es gebunden wurde und wie sonnig es hängt. Um die Magie deines Räucherbündels dann zu entfachen, zünde einfach die Spitze mit einem Streichholz oder Feuerzeug an. Nachdem du die Flamme ausgepustet hast sollte es allmählich durchglimmen und seinen Duft entfalten. Da die Rauchentwicklung recht stark sein könnte empfehle ich dir es draußen zu entfachen und eine Schale mit Wasser oder Sand bereit zu stellen.

Das Räucherbündel ist nur eine von vielen Möglichkeiten die Heilkraft der Kräuter zum Leben zu erwecken. Das Experimentieren mit verschiedenen Kräutern macht viel Freude und verbindet dich auf ganz eigene Art mit der Natur.

Weitere Pflanzen und ihre Räucherkraft (Klick für PDF)

Quellen

Seifert, Claire: Die Magie der Hexen – Das umfassende Handbuch der weißmagischen Künste
Wilhelm Heyne Verlag; München; Taschenbuchausgabe 08/2014

Christoph Strecha: Räucherwerk (Räuchermittel) im Überblick
https://www.raeucherguru.info/raeucherwerk/ [zuletzt aufgerufen am 16.07.2021]
Alle Räucherstoffe (Räucherpflanzen) von A-Z
https://www.raeucherguru.info/raeucherstoffe-raeuchersubstanzen/alle-raeucherstoffe-lexikon-a-bis-z/ [zuletzt aufgerufen am 16.07.2021]

Autorin: Lea Wolff

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Der Gundermann

Was ihn besonders macht

Der Gundermann, lat. Glechoma hederacea ist eine immergrüne Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler die besonders in Mitteleuropa weit verbreitet ist. Er bildet lange Ausläufer am Boden und bevorzugt schattige, feuchte und nährstoffreiche Standorte.

Kleine Gundermann-Ausläufer auf einem morschen Baumstumpf neben einem Pilz und Moos im Auenwald
Gundermann Anfang Mai (hier noch mit bräunlich-rötlichen Färbungen, typisch für den Gundermann im Frühling) im Leipziger Auenwald

Er ist auch im Leipziger Auenwald vielerorts zu finden. Die als Heilkraut geltende Pflanze enthält eine Menge für die Pharmazie interessanter Inhaltsstoffe, unter Anderem Gerbstoffe, Saponine, Vitamin C und ätherische Öle. Der Gundermann soll vor Allem bei Erkrankungen der Atmungsorgane, bei Schleimhautentzündungen, bei Nieren- und Blasenbeschwerden, bei Asthma, Ödemen und schlecht heilenden Wunden helfen. (Vgl. Pulkowski 2016, 81)

Gundermann, flächig am Boden des Auenwalds
Gundermann Ende Mai im Leipziger Auenwald

Durch die weite Verbreitung dieser unscheinbaren Pflanze in Europa besitzt der Lippenblütler eine Vielzahl unterschiedlicher Bezeichnungen. Sie zeigen, welche Bedeutung diese heute oft als Unkraut angesehene Pflanze einmal für den Menschen besaß und heute zunehmend wieder erlangt. Der Gundermann besitzt im deutschsprachigen Raum um die einhundert Bezeichnungen. Franz Dornseiff listet in seinem “Deutschen Wortschatz” von 1959 allein 50 Synonyma für den Gundermann auf. Hier einige Beispiele:

Gundelrebe, Gundelkraut, Grundmann, Wunderrebe, Gundelrieme, Erdefeu, Buldermann, Kummeradl, Donnerrebe, Heilreif, Blauhuder, Kiekdurchdenzaun, Heckenkieker, Suppenkraut, Soldatenpetersilie, Zickelskräutchen, Totenkraut, Taubenschnäbel, Wald-Uschla, Kranzkraut, Gartenhopfen.

Klicke auf die Grafik, um sie in voller Größe anzusehen

In den Pflanzennamen steckt ein in Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergetragenes Wissen. Sie verraten viel über die Pflanze: ihr Aussehen, ihren Standort, den Nutzen, den der Mensch aus ihr als Nahrungsmittel und Heilkraut zog, die Bedeutung die sie für ihn als mystische Pflanze besaß. Namen wie Erdefeu oder Gundelrieme nehmen auf den Phänotypen und die Ausläufer Bezug, die die Pflanze am Boden bildet. Gartenhopfen, Suppenkraut oder Soldatenpetersilie verweisen auf die verschiedenen Verwendungen als Gewürz. So war der Gundermann ein wichtiger Bestandteil der Gründonnerstagssuppe oder wurde beim Bierbrauen hinzugefügt. Der Pflanze wurden aber auch Zauber- und Wunderkräfte zugesprochen, darauf verweisen die Namen Wunderrebe und Donnerrebe. In ihr sollte ein Schutzgeist leben, der Dämonen und Hexen bannte (Vgl. Bächthold-Stäubli 2000, Spalte 1203). Nach der Mythologie verhalf Gundermann den Kühen zu mehr Milch, in den Rocksaum genäht sollte er Frauen fruchtbarer machen, im Haus aufgehängt sollte er dieses vor Unheil bewahren. Das Tragen eines Gundermannkranzes zur Walpurgisnacht (siehe auch den Namen Kranzkraut) oder der Blick durch diesen Hindurch befähigte dämonisches zu erkennen und zu meiden. (Vgl. Pulkowski 2016, 15 ff) Im Allgemeinen wird der Pflanze im Brauchtum die Eigenschaft zugeschrieben, das ans Licht zu bringen, was der realen Welt verborgen bleibt.

Animierter Banner "Mystischer Gundermann". Klicke auf ihn um zu einer Animation weitergeleitet zu werden
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Besuche den Gundermann auf Instagram! Klicke auf die Grafik

Wer versteht das Wortspiel des Insta-Namens? Kommentiert eure Gedanken!

Außerdem findest du in den Story-Highlights ein Mini-Tutorial, wie du Gundermann für deinen Balkon oder deine Terrasse vermehren kannst und eine Anleitung zur Herstellung von Gundermannsalbe!

Informatives, eher unterhaltsames Video über den Gundermann vom Youtube-Kanal Buschfunkistan

Quelle

Pulkowski, Horst: Mein Name ist Gundermann. 2016

Autorin: Luise Tautenhahn

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Heilkräuter Küchenkräuter Leipzig Wald

Bärlauch

Es ist Ende März, als ich über die B2 von meinem Praktikum mit offenem Fenster wieder nach Hause fahre. So langsam nähere ich mich der Stadt und nach der Abfahrt Markkleeberg beginnen die Bäume links und rechts empor zu sprießen. Wie jedes Jahr bin ich davon überrascht, dass meine Nase einen markanten Geruch wahrnimmt. Ein Lächeln geht über meine Lippen. Mir wird klar: es ist wieder Bärlauch-Zeit!

Ich fahre von der B2 ab und suche mir direkt das nächste Waldstück. Ich gehe etwas in den Wald hinein, wo es ein wenig schattiger und feuchter ist und sehe schon die grün bedeckten Flächen. Ich zupfe mir von ein paar Pflanzen jeweils ein bis zwei Blätter und freue mich schon auf die Bärlauch-Butter am Abend.

Schatten und Sonne
Bärlauch im Auwald

Als ich ein paar Wochen später durch den Wald spaziere, sehe ich überall den Bärlauch blühen. Das Lauchgewächs zeigt seine typischen sechs weißen, sternförmig angeordneten Blüten, die die Form einer Scheindolde (lat. «Pleiochasium») präsentieren.

weiße Blüten
Bärlauchblüte

Auch jetzt kann der Bärlauch noch geerntet und in verschiedenste Rezeptideen eingebunden werden. Denn die Erntezeit des Bärlauchs geht von März bis Juni.

GIF Animation zur HTML-Seite

Ernten kann man den Bärlauch solange er noch seinen typischen Geruch, z.B. beim Reiben zwischen den Fingern, abgibt. Andernfalls wird er geschmacklos sein. Außerdem ist es wichtig, die typischen Merkmale der Pflanze zu kennen, um Bärlauch eindeutig bestimmen zu können. Wenn man einmal den Bärlauch richtig betrachtet hat, wird man ihn wohl nicht mehr mit den Maiglöckchen verwechseln. Um wirklich sicher zu sein, was den Bärlauch ausmacht, schau dir doch gerne die folgende Infografik mal genauer an.

Grafik zum Bestimmen von Bärlauch
Infografik Bärlauch

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Egal, ob als Bärlauch-Butter, Suppe oder einfach nur im Wald stehend – wir können uns glücklich schätzen, ihn zu unseren heimischen Wildkräutern zählen zu können.

Deshalb freue ich mich schon, wenn ich mich im nächsten März wieder vom Geruch des frischen Bärlauchs auf der B2 überraschen lassen kann…

Quellen und Links

Wikipedia/Bärlauch

Autor des Beitrages: Martin Weniger

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Biologie Gesundheit Heilkräuter Urpflanzen

Grüße aus dem Paläozoikum

Als vor über 400 Millionen Jahren die ersten Tiere an Land krochen waren sie schon da: Die Schachtelhalme.

Damals, im Erdzeitalter des Paläozoikums, erreichten sie als baumähnliche Pflanzen Höhen von bis zu 30 Metern und bildeten zusammen mit anderen Urfarnen ganze Wälder. Auch heute sind sie noch auf unserem Planeten zu finden und können sich somit zurecht als lebende Fossilien bezeichnen.   

Grüner Sporenkopf eines Schlammschachtelhalms vor grünem Hintergrund
Grüner Sporenkopf eines Schlammschachtelhalms

Die letzte verbliebende Gattung Equisetum führt uns gedanklich in eine Welt vor unserer Zeit, als Pflanzen noch keine Blüten besaßen. Diese waren in einer Uratmosphäre ohne Wind und Insekten schlicht nutzlos. 

Waldschachtelhalme mit mehrfach verzweigten Ästchen
Waldschachtelhalm (Equisetum sylvaticum)

Generell sehen Schachtelhalme anders aus als herkömmliche Pflanzen, denn sie besitzen im Verhältnis zu ihrem knotig gegliederten Spross sehr kleine Blätter. Durch ihr bis zu sechs Meter langes Speicherwurzelsystem sind sie in der Lage längere Kälteperioden zu überdauern, um im Frühjahr frische Triebe aus der Erde sprießen zu lassen. Schachtelhalme können sich sowohl mit Hilfe ihrer Wurzeln, als auch mit Hilfe von Sporen vermehren. Aufgrund ihrer klugen Verbreitungsstrategie sind sie von einigen jedoch als Unkräuter verpönt.  

Grüne Halme des Schlammschachtelhalmes in Detailansicht
Schlammschachtelhalm (Equisetum fluviatile)

Botanisch gesehen ist die Klasse der urzeitlichen Equisetopsida den Farnen zuzuordnen.

Der wohl bekannteste Vertreter der Gattung, der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), ist im Volksmund auch als Zinnkraut oder Katzenwedel bekannt. Das fast in Vergessenheit geratene Kraut eignet sich durch seinen hohen Gehalt an Kieselsäure nicht nur als ökologisches Scheuermittel, sondern gilt auch in der Behandlung von Nieren- und Atemwegserkrankungen als pharmazeutisch bedeutsam. 

Ansicht sechs verschiedener Erscheinungsformen der Schachtelhalme
Schachtelhalme besitzen je nach Art verschiedene Erscheinungsformen

Der Waldschachtelhalm (Equisetum sylvaticum) kommt, wie es sein Name schon vermuten lässt, vor allem in Wäldern vor und lässt sich an seinen mehrfach verzweigten Ästchen gut erkennen. Der Schlammschachtelhalm (Equisetum fluviatile) kann in bis zu zwei Meter tiefen Gewässern wachsen und der Winterschachtelhalm (Equisetum hyemale) bleibt den ganzen Winter über grün, ist dafür jedoch unverzweigt. 

Zwergschachtelhalm (Equisetum scirpoides)

Der kleinste Vertreter, der Zwergschachtelhalm (Equisetum scirpoides), wird meist um die fünfzehn Zentimeter hoch und besitzt bunte Farbverläufe in seinen unverzweigten Trieben. Schachtelhalme können, von ihrem spektakulärem Lebenszyklus mal abgesehen, sehr vielfältige Gestalten annehmen. 

Ein Ausflug ins Paläozoikum lohnt sich also immer! 

Wie vermehren sich Schachtelhalme? Hier klicken für die Infografik!
Der Lebenszyklus eines Schachtelhalms
(PDF anzeigen)

Weiterführende Links

Allgemeine Infos zu Schachtelhalmen

Bestimmung von Schachtelhalmen

Steckbrief über Schachtelhalme

Quellen

Bendel, M. / Alsaker, F. (2021): Farne, Schachtelhalme und Bärlappe. Der Naturführer zu den Farnpflanzen Mitteleuropas. Bern: Haupt Verlag.

Campbell, N. A., Heinisch, J. J., & Paululat, A. (2016): Campbell Biologie (10. Aufl.). Hallbergmoos: Pearson Verlag.

Strasburger, E., & Sitte, P. (1991): Lehrbuch der Botanik für Hochschulen (33. Aufl.). Stuttgart [u.a.]: Fischer Verlag.

Autorin des Beitrags: Tina Jung

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Allgemein Blüte Garten Gesundheit Heilkräuter

TEA

Nur sehr wenige Getränke haben so viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen wie der Tee. Anstatt fertige Beutel im Supermarkt zu kaufen, kannst du auch ganz einfach deinen eigenen Tee selber herstellen und so das für dich ideale Mischverhältnis herausfinden. Auf welche Besonderheiten du dabei achten musst, wird dir in diesem Beitrag aufgezeigt.

In 2 Einmachgläser sind getrocknete Holunderblüten und die eigene Teekreation aufbewahrt.
Im liegenden Glas sind getrocknete Holunderblüten. Im stehenden Glas ist die eigene Teekreation.

Unabhängig davon, ob du eher Kräuter-, Schwarz-, Grün- oder Früchteteeliebhaber bist, sind deiner Fantasie keine Grenzen beim Zusammenstellen deines eigenen Tees gesetzt. Zusätzlich ergibt sich der Vorteil, dass du genau weißt, woher der Tee wirklich kommt, denn viele Kräutertees, die man im Handel erwerben kann, sind oft mit Schadstoffen belastet. Es bietet sich sogar die Möglichkeit, dass du eigene Kräuter im Garten anbauen und für die Teeherstellung nutzen kannst. Mehr dazu findest du hier: Link.

Infografik zu verschiedenen Teesorten.
Wenn du mehr über die verschiedenen Teesorten erfahren möchtest, dann klicke hier.

Darauf solltest du nach der Ente achten:

Nachdem du die Kräuter oder Früchte geerntet hast, bieten sich dir jetzt unterschiedliche Herangehensweisen an, zwischen denen du die Wahl hast. Zum einen kannst du deine gesammelten Zutaten frisch aufbrühen. Kräuter wie Rosmarin, Pfefferminze und Kamille geben bereits ausreichend Geschmack ab, um einen aromatischen Tee zu brühen.

Pfefferminze
Pfefferminze im Garten.

Noch vollmündiger gelingt deine Teemischung jedoch, wenn du alle Zutaten vollständig trocknen lässt. Zusätzlich ist deine Teemischung dadurch länger haltbar. Die Kräuter sind dafür einfach an einem warmen, dunklen Ort aufzuhängen oder in einem Ofen bei niedriger Temperatur über mehrere Stunden zu trocknen. Falls du Früchte für deine Zusammenstellung benutzen möchtest, müssen diese ebenfalls getrocknet sein. Bei der Mischung sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt: Beeren, Birnen, Kirschen, Mangos oder Äpfel eignen sich hierfür besonders. Getrocknet werden die Fruchtstücke am besten im offenen Ofen bei 50 Grad für 5 bis 8 Stunden oder in einem speziellen Dörrautomat. Wichtig ist, dass alle Zutaten gut durchgetrocknet sind, damit sich in der Teezusammensetzung kein Schimmel bildet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kräuter, Blätter und Blüten beim Berühren zerbrechen und rascheln, Früchte hingegen hart sein sollten.

Zwei Eimachgläser gefüllt mit Holunderblüten und selbstgemachten Kräutertee.
Deine Teekreation kannst du einfach und luftdicht in einem Einmachglas verpacken.

Das richtige Mischverhältnis

Ähnlich wie ein gutes Parfüm, besteht auch eine Teemischung aus Basis-, Kopf- und Herznoten. Die Hauptkräuter der Teemischung entsprechen der Basisnote und machen dementsprechend den größten Teil der Teemischung aus. Dabei ist ein Mischverhältnis von sechs Teilen Basiskräutern, vier Teilen Kopfnoten und zwei Teilen Herznoten zu wählen.

Ein Rezept für einen selbstgemachten Tee

Eine vollmundige, aber relativ einfache Teemischung besteht nur aus folgenden 5 Zutaten.

  • 60 g Lindenblüten
  • 20 g Lavendel
  • 20 g Minze
  • 10 g Himbeerblätter
  • 10 g Kornblumenblüten

Mische alle Zutaten und verpacke die Teemischung luftdicht, damit dieser nicht feucht wird.

Zwei Teefilter gefüllt mit selbst hergestellten Tee.
In den Teebeutel befindet sich einmal eine Kräuterteemischung (rechts) und eine Früchteteemischung (links).

So brühst du deinen selbstgemachten Tee auf

Du musst beim Schritt des Aufbrühens darauf achten, dass die verschiedenen Teesorten unterschiedliche Brühtemperaturen aufweisen. Außerdem ist es wichtig, dass man dem Tee genügend Zeit lässt, um sich zu entfalten.

Aufgebrühter Tee in einer Tasse mit Zitrone.
Aufgebrühter Tee aus der eigenen Teekreation.
Animation über das Eingießen in einer Teekanne. Über einen Link kommt man zu einer HTML- und Index-Seite.

Plakat

Plakat zu dieser Website. Über einen Link kann das Plakat aufgerufen werden.
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Text und Bilder: Julian Lehmann

Link:

Kräuter pflanzen: Tipps und Tricks [letzter Zugriff: 08.07.2021]

Tee selber machen: Ideen für selbstgemachte Teemischungen [letzter Zugriff: 08.07.2021]

Tee selber machen: 6 Garten-Kräutertee-Rezepte [letzter Zugriff: 08.07.2021]

Quellen:

Anon., 2017. TEE – Sorten, Anbau, Geschichte, Zubereitung, Rezepte und vieles mehr. München: Prestel.

Brosius, A., 2018. Utopia. [Online]
Available at: https://utopia.de/ratgeber/tee-selber-machen-ideen-fuer-leckere-teemischungen/
[letzter Zugriff 08.07.2021].

Schmidt, R., 2017. Das große Teebuch. Wien: Braumüller Verlag.

Vollers, A., 1996. Tee alles Wissenwertes über Geschichte, Kultur, Herstellung, Sorten und die Kunst Tee richtig zu genießen. München:Heyne.

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Garten Geschmack Gesundheit Heilkräuter Heilpflanze

Zitronenmelisse

Beachtlich Unbeachtet

Melisse ist von allen Dingen, die die Erde hervorbringt, das beste Kraut für das Herz; innerlich genossen macht sie fröhlich und erheitert das Herz. Sie erneuert alle Kräfte des Körpers.

Paracelsus im 16.Jahrhundert

Die Zitronenmelisse mit lateinischen Name melissa officialis ist ein weit verbreitetes Heilkraut und kann durch ihren individuellen Geschmack zur Verfeinerung von herzhaften Gerichten und Süßspeisen beitragen. Melissa (Μέλισσα) stammt dabei aus den griechischen und bedeutet übersetzt Honigbiene, was auf die starke Anziehung des typischen Pflanzengeruchs gegenüber den summenden Hautflüglern zurückzuführen ist. Sie entstammen der Pflanzengattung der Lippenblütler und ist der Familie der Lamiaceae typisc. zuzuordnen. So ist sie mittlerweile in vielen westeuropäischen Gärten sowie in unterschiedlichsten Bereichen der gemäßigten Zone aufzufinden.

Zitronenmelisse während ihrer Blütezeit Mitte Juni
Geschichte

Die 2006 zum Heilkraut des Jahres gekürte Pflanze findet ihre Verwendung schon seit mehreren Jahrtausenden. So wurde sie erstmals von dem griechischen Arzt Pedanios Dioskurides im 1. Jahrhundert zum Behandeln von Bissen und Stichen angeführt, indem sie zu einer Salbe weiterverarbeitet wurde. Die ursprünglichen aus dem arabischen Raum stammende Pflanze wurden daraufhin im frühen Mittelalter in Spanien, Italien und anschließend in gesamt Mitteleuropa kultiviert, wo sie in unterschiedlichsten Klostergärten aufzufinden waren und bis heute überdauert haben.

Die wichtigsten Informationen auf einem Blick. Klick!
Anwendung

Ihr werden unterschiedlichste Wirkungsmöglichkeiten zugeschrieben, die unter anderem bei akuten Stresssituationen und Prüfungsangst zur Beruhigung und Entspannung beitragen können. Zusätzlich sind die in der Pflanze enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe krampflösend, bakterientötend und können bei Darmbeschwerden unterstützen. Durch die in den Blättern zu 4 – 7 % enthaltenen Hydroxyzimtsäure – Derivate ist auch eine Anwendung bei Hautirritation empfehlenswert.

Der typische zitronenartige Geruch, sowie Geschmack, entsteht aufgrund von diversen ätherischen Öle, wie unter anderem Citronnellal, CItral oder β-Caryophyllen. Dadurch findet die Zitronenmelisse eine Verwendung in der Weiterverarbeitung als Gewürzkraut. Beispielsweise Pesto, Parfüm, Likör, Sirup und andere Gerichte, die durch das Aroma der Blätter profitieren.

Eigenes Rezept für Zitronenmelissen – Basilikum Pesto
  • 50 g Basilikum
  • 20 g Zitronenmelisse
  • 20 g Petersilie
  • ~ 5 EL Zitronensaft
  • 40g Cashew Kerne
  • 2 Knoblauchzehen
  • 150ml Olivenöl
  • Salz
  1. Cashewkerne in der Pfanne rösten und anschließend auskühlen lassen.
  2. Knoblauch schälen und in kleine Stücke schneiden.
  3. Basilikum, Petersilie, Zitronenmelisse, Knoblauch und Öl pürieren.
  4. Anschließend zerhackte Cashewkerne hinzufügen, mit Salz abschmecken und solange weiter pürieren bis eine cremige Masse entstanden ist.
  5. Der Zitronensaft kann zum Schluss je nach eigenem Belieben hinzugefügt werden.
Selbstgemachtes Zitronenmelissen – Basilikum Pesto nach o.g. Rezept

Neben dem Pesto ist eine der weitverbreitetsten Anwendungsmöglichkeit die Zubereitung eines Zitronenmelissen Tees, hierfür werden die frischen oder getrockneten Blätter mit heißen, aber nicht kochenden Wasser übergossen und für 10 Minuten ziehen gelassen.

Nach 10 Minuten Ziehzeit bekommt der Tee einen dezenten Gelbstich

Plakat der Sozial Media Kampagne
Quellen und Impressum

Fotos und Texte: Valentin Kirsch

https://www.pastaweb.de/zutaten/kraeuter-und-gewuerze/zitronenmelisse/ [letzter Zugriff: 28.06.2021]

https://www.digitalefolien.de/biologie/pflanzen/heilk/melisse.html [letzter Zugriff: 28.06.2021]

https://kraeuterkontor.de/magazin/zitronenmelisse [letzter Zugriff: 28.06.2021]

http://heilpflanzenwissen.at/pflanzen/melisse/ [letzter Zugriff: 28.06.2021]

Alle Angeführten Verlinkungen und genutzten Quellen von Drittanbieter Webseiten nutzen ihren Inhalt um Informationen über die Thematik bereitzustellen. Hierbei lassen sich keine Rückschlüsse auf Gewerbliche Intentionen erahnen. Somit werden sie als Beleg für für die inhaltlichen Aspekte dieses Worpress-Beitrags angeführt.

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Artikel Heilkräuter Küchenkräuter Nutzpflanze

Heimliche Helden

Kräuterpower an der Platte

In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Social Distancing kann das Leben im Wohnheim recht eintönig sein. Besonders, da es mir nicht erlaubt ist, Pflanzen auf meinem Fensterbrett zu halten… Aber schon direkt vor der Haustür verbergen sich in Ritzen und Spalten, auf Rabatten versteckt als „Unkraut“ oder auf dem Parkplatz hinter dem Haus die verschiedensten Heil- und Küchenkräuter.

Gundermann am Parkplatz

Was kann man denn so alles mit den altbekannten „Gartenfeinden“ Löwenzahn, Vogelmiere, Brennnessel oder Sauerklee anstellen, nachdem man sie aus den Beeten – oder Gehwegritzen – befreit hat? Welche geheimen Superkräfte verbergen sich in den freundlichen Nachbarschaftskräutern?

Der oben abgebildete Gundermann zum Beispiel kann bei langwierigen Erkrankungen und Wunden lindernd wirken. Bei Eiter und Schleim zeigt er sich besonders nützlich. Aber auch sein würziges Aroma kann sowohl herzhafte als auch süße Gerichte verwandeln.

“ Hätte die Brennnessel keine Stacheln, wäre sie schon längst ausgerottet worden, so vielseitig sind ihre Tugenden!“

Johann Künzle

„Mit Salz, Pfeffer und Knoblauch schmeckt alles!“ Das sagte meine Mutter bezüglich einer Brennnesselsuppe, die sie bei einer Kneipp-Lehrerfortbildung kochen sollte. Aber auch als Tee wird Brennnessel häufig verwendet. So ist die Pflanze nicht nur nahrhaft, sondern hilft auch bei Blasenproblemen und Darmerkrankungen. Und dieses Kraut findet man überall da, wo der Boden besonders stickstoffreich ist. Man kann also bei ihrem Vorkommen ganz ohne chemische Analyse Schlüsse über die Bodenbeschaffenheit ziehen!

Wohnheimtee

Was die Brennnessel noch so kann steht hier.

„Blumen, die wir selten sehen, haben es uns angetan. Wir bewundern Orchideen und verachten Löwenzahn.“

Franz Wittkamp

Löwenzahnrad – „Geil, Beton!“

Wer einmal ganz in diesem Sinne einheimischen „Kaffee“ ausprobieren möchte, der liegt beim Löwenzahn ganz richtig. Dazu nimmt man gesammelte Löwenzahnwurzeln, röstet diese in der Pfanne, bis sie schwarz werden, mahlt sie in einer Kaffeemühle zur einem Pulver und gießt einen Teelöffel davon pro Tasse mit heißem Wasser auf. 30 Sekunden ziehen lassen und genießen. Das robuste Kraut hilft bei Leber- und Gallenbeschwerden, wirkt harntreibend und kann Verdauungsbeschwerden lindern. Eine Anleitung zur Nutzung der Heilkraft des Löwenzahn befindet sich hier.

Die vielfältigen Wirkungen der im Löwenzahn gespeicherten Stoffe machen dieses vermeintliche „Unkraut“ also genau wie Brennnessel, Sauerampfer, Giersch und Co zu wirklichen Heimlichen Helden.

Weitere Infos zum Löwenzahn gibt es hier.

Vogelmiere im Gebüsch

Übrigens: Auch die zu Anfangs erwähnten Vogelmiere und Sauerklee kann man nutzen: Sauerklee ist – wie auch Brennnessel, Sauerampfer und Löwenzahn – harntreibend und hilft somit bei der Durchspülung bei Blasen- und Harnwegserkrankungen. Vogelmiere kann als Gewürzkraut verwendet werden, sie schmeckt mild, mais- und erbsenartig. Außerdem lindert sie Husten und unterstützt die Wundheilung.

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Quellen und weiterführende Links:
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/brennnessel.html
https://www.gesundfit.de/heilkraeuter-heilpflanzen/loewenzahn/
https://www.gesundheit.de/lexika/heilpflanzen-lexikon/loewenzahn
https://www.sanddornhof.at/kraeuter-magazin/wirkung-loewenzahn/
https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Vogelmiere.html
https://www.smarticular.net/die-brennnessel-das-reichhaltige-wunderkraut-fuer-kueche-und-gesundheit/
https://www.pflanzenfreunde.com/heilpflanzen/sauerklee.htm
https://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/gundermann/

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Artikel Garten Heilkräuter

Hokus Pokus und Bellis Perennis

Bellis Perennis könnte gut und gerne ein Zauberspruch sein mit dem Bibi Blocksberg ihre Späße treibt. In Wirklichkeit handelt es sich hier jedoch um den lateinischen Namen des nicht weniger zauberhaften Gänseblümchens.

Jetzt denkt man sich wohl: Was soll denn daran zauberhaft sein? Irgendwie sieht das Ding ja ganz niedlich aus und die Kinder flechten damit gerne Blumenkränze. Aber ansonsten ist daran nichts Besonderes. Im Gegenteil, von März bis November fällt es mit Freude einem jeden zu Last, der verzweifelt seinen englischen Rasen pflegt. Ansonsten ist es auch zu nicht viel Nutze. Für einen Blumenstrauß etwa sind die weiß- bis rosafarbenen Blumen viel zu kurz geraten. Natürlich kann man sie essen. Im Quark oder so. Aber um ehrlich zu sein, gibt es da auch sehr viel interessantere Kräuter, die man untermischen kann.

Also ist der nächste logische Schritt Rasenmäher raus und weg damit, nicht wahr? Eher nicht. Das wäre ja zu simpel. Das Gänseblümchen hat nämlich ein Geheimnis, dass nur die guten alten Kräuterhexen kennen. Und vielleicht noch die Pharmaindustrie. Aber die kann man ja auch mit gutem Gewissen die Kräuterhexen und -hexer von Heute nennen. Kräuterhexen? Pharmaindustrie? Dann muss es ja eine heilende Wirkung haben. Und tatsächlich, die Gänseblümchen können medizinisch verwendet werden.

Gänseblümchentee mithilfe: https://www.kostbarenatur.net/rezepte/gaensebluemchentee-anwendung-wirkung-selber-zubereiten/

Sie haben eine beruhigende Wirkung (Achtung alle Teeliebhaber ihre Lauscher aufmachen) und sind unter anderem schleimlösend und keimtötend. Gänseblümchen können zudem bei äußerlicher Wundbehandlung und bei Hautproblemen, wie Akne oder empfindlich-trockener Haut, als Salbe oder Tinktur eingesetzt werden.

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In Form von Umschlägen sollen sie auch bei Prellungen und Verstauchungen schmerzlindernd wirken. Noch dazu sind sowohl der Tee als auch die Salbe nicht allzu schwer herzustellen. Wer also gern mal Kräuterhexe oder -hexer spielen und sich dabei was Gutes tun möchte, kann getrost auf unsere kleinen Freunde aus dem Garten vertrauen.

Bild klicken für: Infografik zum Gänseblümchen in der Medizin und Nahrung
Bild klicken für: Scrollgrafik zur Herstellung von Gänseblümchenöl und -salbe

ein Beitrag von: Julia Buhl

weiterführende Links

Gänseblümchentee

Gänseblümchenöl

Gänseblümchensalbe

Quellen

https://www.praxisvita.de/gaensebluemchen-1450.html
https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Gaensebluemchen.html https://www.kostbarenatur.net/rezepte/gaensebluemchentee-anwendung-wirkung-selber-zubereiten/ https://www.kostbarenatur.net/rezepte/gaensebluemchen-salbe-gegen-pigmentflecke-wunden-entzuendungen/

Plakat zum Beitrag Hokus Pokus und Bellis Perennis
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Herstellung von Gänseblümchenöl und -salbe

Scrollgrafik von Julia Buhl

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Aussaat Balkon Geschmack Heilkräuter

Klein, scharf und nicht zu unterschätzen – die Kresse

Text – und Medienbeitrag von Carla Geiger

Signet-Datei der Kresse

Die Kresse ist sehr unkompliziert. Sie fühlt sich an vielen Orten wohl und beginnt nach der Aussaat ihrer Samen unverzüglich zu keimen und zu wachsen. Innerhalb weniger Tage sind die Pflänzchen so groß, dass man sie verzehren kann.

Die Kresse nach der Aussaat an Tag 1, Tag 3 und Tag 5
Kresse nach der Aussaat – Tag 1 / Tag 3 / Tag 5

Neben ihrem schnellen Wachsen, ist die Kresse besonders für ihre dekorativen Eigenschaften bekannt. Auf dem gelben Punkt einer weißen Eierscheibe oder als grüner Akzent auf dem blauen Tellerrand ergänzen die kleinen Sprösslinge das Bild. Doch auch als geschmackliche Zutat findet sie ihren Platz im grasgrünen Wirrwarr von Salaten oder in der Frankfurter Grünen Soße. Dabei sorgt sie für eine feine scharfe Note. 

Kresse als Dekoration

Der scharfe Geschmack der Kresse ist auf die in ihr enthaltenen Senfölglykoside zurückzuführen, die beim Zerkauen freigesetzt werden¹. Dasselbe geschmackliche Phänomen erlebt man beim Verzehr von Meerrettich, Senf oder Radieschen, die mit der Kresse zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler zählen.

Die typische kreuzförmige Blüte der Kreuzblütler
Die typische kreuzförmige Blüte der Kreuzblütler

Die Kreuzblütler sind eine sehr große Pflanzenfamilie, die etwa 390 verschiedene Gattungen umfasst². Zu ihr zählen wichtige Nutz- und Gemüsepflanzen wie unter anderem Rettich, Brokkoli, Blumenkohl, Radieschen, Kohlrabi, Meerrettich und Senf.

Drei Kreuzblütler – Weißer Rettich, Brokkoli, Blumenkohl
Kreuzblütler – Weißer Rettich, Brokkoli, Blumenkohl
Drei Kreuzblütler – Radieschen, Kohlrabi, Meerrettich
Kreuzblütler – Radieschen, Kohlrabi, Meerrettich

Die in den Kreuzblütlern enthaltenen Senföle sorgen nicht nur für einen scharfen Geschmack, sie haben auch eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Alle Pflanzen, die zur Familie der Kreuzblütler zählen, enthalten diese sogenannten Senfölglykoside. Sie werden in Medikamenten als natürliche Antibiotika eingesetzt. So enthält beispielsweise das Arzneimittel Angocin, das zur Infektabwehr verschrieben wird, Meerrettich- und Kapuzinerkressen-Extrakt. Um die antibiotische Wirkung der Kreuzblütler zu nutzen, müssen die Senföle allerdings in hochkonzentrierter Form verarbeitet werden.

Für diese gesunden Inhaltsstoffe ist die Kresse kaum bekannt. Sie enthält neben den Senfölen außerdem Vitamin C, Vitamin B, Eisen, Kalzium und Folsäure und hat eine harntreibende, sowie verdauungs- und appetitanregende Wirkung³. Somit ist sie ein wahres kleines Genie.

Weiterführende Links

Deutsche Zeitschrift für Onkologie – Senfölbombe der Kreuzblütler

Tagesspiegel – Ein Brokkoli-Faktor gegen Krebs

Zentrum der Gesundheit – Kreuzblütengewächse gegen Krebs

Heilpflanzen – Wirkstoff Senfölglykoside

Wikipedia – Kreuzblütler

Quellen 

¹ https://de.wikipedia.org/wiki/Senfölglycoside

² https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/kreuzbluetler/37363

³ https://www.schwabe.de/arzneipflanzen/detail/plant/gartenkresse

Text und Gestaltung – Carla Geiger