Fortbewegung

Endschalldämpfer, Metall, 85 x 35 x 15cm

Aus einem Container voller alter Autoteile zog ich diesen Endschalldämpfer, ein Teil der Auspuffanlage eines Autos mit Verbrennungsmotor. Als Einzelstück wirkt er wie ein Relikt der Vergangenheit. Noch ist er jedoch Gegenwart, er wird in neuen Autos verbaut. Der Untergang des Auspuffes ist jedoch schon eingeläutet, Elektroautos finden sich immer mehr auf den Straßen wieder, an neuen, umweltfreundlichen Methoden der Fortbewegung wird geforscht, um diese der Masse der Bevölkerung eines Tages zugänglich zu machen.

Vielleicht sollten wir einen Blick zurück in die Antike werfen. Umweltfreundlich war die Möglichkeit, von einem Ort zum anderen zu kommen allemal. Schnelligkeit, Distanz und Bequemlichkeit hingegen sind andere Themen…

Am häufigsten wurden Strecken zu Fuß zurück gelegt. In Rom blieb den meisten Menschen auch gar nichts anderes übrig, da es, abgesehen vom Adel, verboten war Menschen zu transportieren, damit das Verkehrschaos so gering wie möglich bliebe. Gehörte man jedoch einer höheren Klasse an, so konnte man auch auf Sänften ( wohl die bequemste Form der Fortbewegung) oder Kutschen zurück greifen. Eine dieser Kutschen war das Carpentum. Auf der Rückseite, alter römischen Münzen ist diese überdachte, zweirädrige Kutsche zu finden. Darinnen wurden hauptsächlich die Damen des Kaiserhauses zu Festlichkeiten kutschiert, welche auf der Vorderseite der Münze zu finden sind. Generell galt es als Ehre, so von Ort zu Ort zu gelangen.

Wollten die Menschen längere Fahrten machen, so konnnte man mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 7,5 km/h und einer Strecke von 30-40 km rechnen. Caesar stellte angeblich einen Rekord auf, indem er es schaffte 150 km an einem Tag zurück zu legen. Dies war jedoch nur durch häufiges Wechseln der Zugtiere möglich.

Die Reise mit einer Kutsche war auf Grund schlechter Straßenverhältnisse nicht mit Bequemlichkeit gepaart, auch wenn ab dem 2. Jhd nach Chr. gefederte Reisewagen auftauchten. Bei diesen lag der Korpus gefedert auf Lederriemen, diese Erfindung verschwand jedoch wieder und wurde erst im 15. Jhd in Ungarn wieder entdeckt.

Zu den schlechten Straßen kam jedoch noch die mit Eisen beschlagenen Räder hinzu, welche auf Grund ihrer Lautstärke, dazu führten, dass in Rom ein Tagfahrverbot für Wahren erlassen wurde. Jeglicher Transport von Gütern wurde also in die Nacht verlegt, wo das Getöse den Schlaf der Anwohner störte.

All dies sind Geschichten der Vergangenheit. Es ist also eine Frage an die Zeit, wann wieder eine Änderung in der Art und Weise der Fortbewegung stattfindet, wann Endschalldämpfer der Geschichte angehören.