Vom Keil zum Pfeil – Die Geschichte des Klebstoffes

Isolierband, Durchmesser: 5cm, Breite: 1cm, Kunststoff und Pappe

Kleben ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheitsgeschichte, und das macht Leim zu einem der wichtigsten Werkstoffe in allen Kulturen der Welt. Seine Herstellung bildet die Grundlage für viele weitere Werkzeuge und Bauvorhaben und ist trotz seines Alters aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken.

Klebstoff von der Antike in die Gegenwart

Klebemittel sind dem Menschen nachgewiesenermaßen schon seit Urzeiten bekannt. In der Herstellung von Werkzeugen wurden bereits früh organische Klebstoffe wie Naturharz oder klebende Erden verwendet, und in historischen Maßstäben bald darauf wurden in Form von Teer und Pech die ersten künstlichen Klebstoffe produziert.

Im antiken Griechenland wurde zudem festgestellt, dass das Zerkochen Eiweißhaltiger Stoffe wie zum Beispiel Schlachtreste zur Herstellung von Eiweißkleber verwendet werden kann, und in Rom wurde zum ersten Mal Fischleim aus Schwimmblasen von Meerestieren gewonnen sowie Kleber auf Zucker- und Stärkebasis, deren Herstellungsbestandteil Glutinum uns zum englischen Namen für Klebstoff „Glue“ führt.

Wie wurde Klebstoff in der Antike hergestellt?

Nach der Verwendung von luftrocknendem Ton und Lehm als Baumittel oder Baumharz als Klebemittel wurden die ersten künstlichen Klebstoffe aus dem Verkohlen von Birkenrinde gewonnen, das sogenannte Birkenpech, dessen Herstellung bereits in der Altsteinzeit betrieben wurde. Dabei wird die äußerste Schicht der Birkenrinde unter möglichst Luftdichten Bedingungen lange Zeit Hitze ausgesetzt, beispielsweise durch das Vergraben in Kohlenglut. Nach diesem Prozess bleiben nur die extrem zähen Birkenteere zurück, die als Peche bezeichnet werden und trotz ihrer Festigkeit die Eigenschaften einer Flüssigkeit haben und sich auch wieder einschmelzen lassen.

Das Zersetzen von Milch und anderen Eiweißhaltigen Produkten wurde zur Casein-Gewinnung verwendet, welches getrocknet und lange gelagert werden konnte und zudem einer der wenigen nicht wasserlöslichen Klebemittel war. Das Zerkochen und langsame Konzentrieren von Schlachtresten wie Knochen war lange Zeit eine der beliebtesten Herstellungsmethoden, da der gewonnene Leim extrem widerstandsfähig war und sich trotz seiner Wasserlöslichkeit zu sehr zuverlässigen und starken Verbindungen führte.

Dieser Knochenleim, wie er nach dem Siedeprozess genannt wurde, wird auch heute noch im klassischen Instrumentebau verwendet.

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