Das Projekt

Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesregierung im Jahr 2009 sind Hochschulen, Schulen und Museen stärker denn je herausgefordert, sich dem Thema inklusiver Bildungs- und Vermittlungsarbeit zu stellen. Im Antikenmuseum der Universität Leipzig als »Lernort« sollen in einem Praxismodul mit Modellcharakter Studierende in den Masterstudiengängen »Kunstpädagogik (außerschulisch)« und »Archäologie der Alten Welt« in Kooperation mit Praxispartnern erproben, inklusive Vermittlungsangebote für Blinde und Sehschwache Menschen zu erarbeiten. Mit den erworbenen Fach- und Medienkompetenzen erarbeiten sie einen barrierefreien Zugang zu ausgewählten Kunstwerken sowie Lehr- und Lernmedien, die objektbezogen, zielgruppenorientiert Möglichkeiten bieten, mit antiker Kunst in Dialog zu treten.

Die Ergebnisse der Lehre werden unmittelbar in die Praxis überführt und als Angebot die Öffentlichkeitsarbeit des Antikenmuseums und des Instituts für Kunstpädagogik ergänzen. An einzelnen Stationen wird blinden und sehschwachen Besuchern ein interaktiver Zugang zu den Ausstellungsinhalten geboten, der ihnen über verschiedene Medien und Ebenen Informationen und kulturgeschichtliche Zugänge zu einzelnen Objekten und Themen aus der antiken Welt eröffnet. Hauptsächlich durch das Ertasten von Objekten, Tastbilder und Tastmodelle soll abseits der üblichen Rezeption Wissen über die antiken Kulturen sensorisch ‚begreifbar’ gemacht werden.

Der Einsatz der Sammlung und von Sammlungsobjekten in der universitären Lehre wird dadurch in innovativer Weise erweitert, forschendes Lernen mit der Praxis inklusiver Vermittlungsarbeit verbunden.

Das Projekt erstreckt sich über folgende Handlungsfelder des »Aktionsplans Inklusion« der Universität Leipzig zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention:

  • Studieninteressierte mit Sehbehinderung bekommen einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten des Studiums der Kunstpädagogik und des geplanten Verbundstudiengangs »Archäologie und Geschichte des Alten Europa«.
  • Für Studierende beider Institute stellt das Projekt eine Annäherung an die Möglichkeiten und Probleme des Studiums für Blinde und sehbehinderte Studierende dar.
  • Die Ergebnisse des Projektes bieten sehbehinderten Beschäftigten eine Arbeitsgrundlage im Bereich Kunst- und Museumspädagogik innerhalb der Universität.
  • Lehre: Es entstehen barrierefreie Lernmaterialien.
  • Das Projekt ist im Bereich Forschung zu Fragen der Inklusion und universellem Design angesiedelt.
  • Öffentlichkeitsarbeit Die Erfahrbarkeit kultureller Schätze im Antikenmuseums für Blinde und Sehbehinderte fördert dauerhaft eine stärkere Bewusstseinsbildung – sowohl innerhalb der Universität als auch in der außeruni-versitären Öffentlichkeit.
  • Örtliche Barrierefreiheit wird geschaffen. Aufgrund begrenzter Ressourcen kann und soll es nicht Ziel des Projektes sein, das Antikenmuseum inklusiv, d.h. für alle zugänglich zu machen. Vielmehr soll begonnen werden, in kleinen, einfachen Schritten inklusive Angebote zu entwickeln, die von der Zielgruppe im Beisein von Betreuern und Vermittlern wahrgenommen werden.

1. Projektphase: Wintersemester 2018/2019
2. Projektphase: Sommersemester 2019