Kategorien
Feste Gesundheit Heilkräuter Heilpflanze

Hexenbrauch

„Durch das Verglimmen holen wir den Geist einer Pflanze hervor.“
(Die Magie der Hexen, Claire)


Das Räuchern hat eine lange Tradition in vielen Kulturen, Religionen und Orten dieser Welt. Über seinen Ursprung lässt
sich heute nur spekulieren. So vermutet man das beim Zusammensitzen am Feuer, diverse Kräuter, Bätter, Holz- und Rindenstücke in die Flammen geworfen wurden. Die dabei entstandenen Düfte hatten ganz unterschiedliche Effekte auf die Stimmungen der Menschen. Daraufhin wurden die Kräuter gezielt nach ihrer Wirkung gesammelt und angewendet. Das Wissen über die Pflanzen, Hölzer und Harze wurde über Generationen weitergegeben und erweitert.

Die Basis des Räucherbündels bildet der Waldmeister.

Es gibt ganz unterschiedliche Methoden des Räucherns. Eine sehr einfache Möglichkeit besteht darin Räucherbündel aus Pflanzen zu binden. Diese kann man ganz einfach mit heimischen Pflanzen aus dem Garten, Wald oder vom Balkon herstellen. Für ein belebendes Frühlingskräuterbündel habe ich vier bekannte Vertreter gewählt, die ab April in der Natur zu finden sind.

Waldmeister, auch wohlriechendes Labkraut genannt, verströmt beim Räuchern seinen angenehm waldigen Duft, der entspannend und beruhigend auf Körper und Geist wirkt.
Hirtentäschel verstärkt mit seinem erdigen Geruch den aufhellenden Effekt des Waldmeister. Es hilft außerdem bei Konzentrationsschwäche und Traurigkeit.
Gundermann vitalisiert und reinigt mit seiner kräftigen Duftnote den Körper. Schon Hildegard von Bingen empfahl das Heilkraut gegen Frühjahrsmüdigkeit.
Löwenzahn wirkt sich besonders positiv auf das Gemüt aus und wurde früher zu Samhain verräuchert um böse Geister zu vertreiben.

Worauf du beim Wickeln achten solltest:
– Die Kräuter etwas anwelken lassen vor der Verarbeitung
– 100 %ige Naturgarne verwenden (z.B. Baumwolle)
– So straff und eng wie möglich binden

Klicke auf das Banner!

Sobald dein Räucherbündel fertig ist, wird es mit dem Garn auf-gehangen. Wie lange es braucht um komplett durchzutrocknen, ist abhängig davon wie dicht es gebunden wurde und wie sonnig es hängt. Um die Magie deines Räucherbündels dann zu entfachen, zünde einfach die Spitze mit einem Streichholz oder Feuerzeug an. Nachdem du die Flamme ausgepustet hast sollte es allmählich durchglimmen und seinen Duft entfalten. Da die Rauchentwicklung recht stark sein könnte empfehle ich dir es draußen zu entfachen und eine Schale mit Wasser oder Sand bereit zu stellen.

Das Räucherbündel ist nur eine von vielen Möglichkeiten die Heilkraft der Kräuter zum Leben zu erwecken. Das Experimentieren mit verschiedenen Kräutern macht viel Freude und verbindet dich auf ganz eigene Art mit der Natur.

Weitere Pflanzen und ihre Räucherkraft (Klick für PDF)

Quellen

Seifert, Claire: Die Magie der Hexen – Das umfassende Handbuch der weißmagischen Künste
Wilhelm Heyne Verlag; München; Taschenbuchausgabe 08/2014

Christoph Strecha: Räucherwerk (Räuchermittel) im Überblick
https://www.raeucherguru.info/raeucherwerk/ [zuletzt aufgerufen am 16.07.2021]
Alle Räucherstoffe (Räucherpflanzen) von A-Z
https://www.raeucherguru.info/raeucherstoffe-raeuchersubstanzen/alle-raeucherstoffe-lexikon-a-bis-z/ [zuletzt aufgerufen am 16.07.2021]

Autorin: Lea Wolff

Plakat zu dieser Seite
(Klick für PDF)

Kategorien
Ernährung Gesundheit Heilpflanze

Petersilie

Schön wie eine grüne Lilie und doch die ideale Utensilie

Wer kann auf Tabouleh und Fattusch schon verzichten?

Egal ob ein Urlaub auf Kreta, ein Zeltlager in Wäldern Norwegens oder eine Safari-Tour ganz im Süden: die Petersilie als Nutzpflanze und als perfektes Gewürz darf in keinem Land und in keinem Gericht fehlen!

Die Petersilie, auch Peterling, Peterle, Suppenwurzel oder Bittersilche genannt, stammt aus dem Mittelmeerraum und wurde bereits im 3. Jahrhundert vor Christus in einem griechischen Kochbuch als Zutat erwähnt. Die Bezeichnung des populären Krautes ist daher auf die Heimat der Salate, Griechenland, zurückzuführen. Die ursprüngliche Bezeichnung Petroselinum crispum hat sich daher im deutschen Sprachgebrauch in vereinfachter Version etabliert.

Was viele nicht über die Wunderpflanze wissen? Wichtige Nährstoffe wie Vitamin A und C, Eisen und ätherische Öle lassen sich in unseren petersiliereichen Gerichten entdecken. Die Sommermonate können also ideal für einen Vitamin-Nachschub genutzt werden.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass der Konsum von Petersilie auch wertvolle Vorteile für Ihre Gesundheit hat? Neben all den Vitaminen besitzt sie auch heilende Eigenschaften bei Erkrankungen des Herzens, der Nieren, des Verdauungssystems und bei gynäkologischen Beschwerden. Aber auch gegen Alltagsbeschwerden wie Müdigkeit und Erschöpfung ist die Pflanze ein Wundermittel.

Die weltweite Verbreitung von Petersilie, ihr geringer Preis und ihre einfache Kultivierung und Verwendung sind Faktoren, welche die Pflanze leicht verfügbar gemacht haben.

Zwei Arten von Petersilie sind besonders bekannt:

Krause Petersilie

Klassische Vinaigrette, Frankfurter Grüne Sauce, italienische Gremolota, traditionelle kanarische Salsa. Ohne der Krause Petersilie sind diese Gerichte einfach nicht sie selbst. Die deutsche Küche bevorzugt die Krause Petersilie, weshalb sie in unserer Region geläufiger ist.

Tipp zur Nutzung: diese Petersiliensorte eignet sich besonders gut zur Dekoration

Glatte Petersilie

Mit der Glatten Petersilie ist vorwiegend die italienischen Petersilie gemeint. Verglichen mit der krausen Petersilie, ist ihr Geschmack intensiver und aromatischer, aufgrund ihrer Empfindlichkeit wird sie jedoch schneller welk.

Rezeptidee

Tabouleh-Salat

Das authentische Tabouleh verwendet sehr viel Petersilie!

Zutaten:

– 37 ½ g Burgul, (Weizengrütze)

– 1 m.-große Tomate

– ¼ Salatgurke

– 1 Bund Petersilie, glatte

– ¼ kleine Zwiebel, oder 1 Frühlingszwiebel (schmeckt besser 😉 )

– ¼ Bund Minze

– ¼ Zitrone, der Saft

– 1 EL Olivenöl

– Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel

Draufsicht von einem Tabouleh-Salat in einer weißen Schüssel. in der Mitte befindet sich ein Blatt Petersilie als Dekoration und setlich am Rande der Schüssel zwei Scheiben Zitrone. Die Schüssel befindet sich auf einem weißen Hintergrund.
Foto: Tabouleh-Salat

Zubereitung

Den Bulgur in eine Schüssel geben, mit reichlich kochendem Wasser übergießen und ca. eine halbe Stunde quellen lassen.
Tomaten und Gurke würfeln, Zwiebel fein schneiden. Petersilie und Minze grob zupfen oder auch schneiden.
Den Bulgur abgießen und abkühlen lassen. Mit dem Gemüse und den Kräutern mischen. Kurz vor dem Servieren mit Zitrone, Olivenöl, Salz, Kreuzkümmel und Pfeffer würzen.

Frontalsicht eines Tellers, worauf sich Tabouleh-Salat auf Salatblätter mit Fladenbrot daneben und zwei halbe Scheiben Zitrone mit einem Blatt Petersilie als Dekoration zu sehen sind.
Foto: Tabouleh-Salat auf Salatblätter mit Fladenbrot

Ganz stilecht wird das Tabouleh auf Salat- oder Kohlblättern angerichtet serviert!

Plakat

Quellen

Torsten Purle (2021): Petersilie – Petroselinum crispum. Online in: https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Petersilie.html. Zuletzt besucht: (10.07.2021)

Tabouleh von Sivi – Chefkoch. Online in: https://www.chefkoch.de/rezepte/285071107091158/Tabouleh.html?portionen=1. Zuletzt besucht: (05.07.2021)

Links

Gewürzkarawane – Petersilie

Krause oder glatte Petersilie: Welche nimmt man wann?

Wikipedia – Petersilie

Autor des Beitrags: Zardasht Badr

Kategorien
Gesundheit Heilkräuter Heilpflanze Wald

Der Gundermann

Was ihn besonders macht

Der Gundermann, lat. Glechoma hederacea ist eine immergrüne Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler die besonders in Mitteleuropa weit verbreitet ist. Er bildet lange Ausläufer am Boden und bevorzugt schattige, feuchte und nährstoffreiche Standorte.

Kleine Gundermann-Ausläufer auf einem morschen Baumstumpf neben einem Pilz und Moos im Auenwald
Gundermann Anfang Mai (hier noch mit bräunlich-rötlichen Färbungen, typisch für den Gundermann im Frühling) im Leipziger Auenwald

Er ist auch im Leipziger Auenwald vielerorts zu finden. Die als Heilkraut geltende Pflanze enthält eine Menge für die Pharmazie interessanter Inhaltsstoffe, unter Anderem Gerbstoffe, Saponine, Vitamin C und ätherische Öle. Der Gundermann soll vor Allem bei Erkrankungen der Atmungsorgane, bei Schleimhautentzündungen, bei Nieren- und Blasenbeschwerden, bei Asthma, Ödemen und schlecht heilenden Wunden helfen. (Vgl. Pulkowski 2016, 81)

Gundermann, flächig am Boden des Auenwalds
Gundermann Ende Mai im Leipziger Auenwald

Durch die weite Verbreitung dieser unscheinbaren Pflanze in Europa besitzt der Lippenblütler eine Vielzahl unterschiedlicher Bezeichnungen. Sie zeigen, welche Bedeutung diese heute oft als Unkraut angesehene Pflanze einmal für den Menschen besaß und heute zunehmend wieder erlangt. Der Gundermann besitzt im deutschsprachigen Raum um die einhundert Bezeichnungen. Franz Dornseiff listet in seinem “Deutschen Wortschatz” von 1959 allein 50 Synonyma für den Gundermann auf. Hier einige Beispiele:

Gundelrebe, Gundelkraut, Grundmann, Wunderrebe, Gundelrieme, Erdefeu, Buldermann, Kummeradl, Donnerrebe, Heilreif, Blauhuder, Kiekdurchdenzaun, Heckenkieker, Suppenkraut, Soldatenpetersilie, Zickelskräutchen, Totenkraut, Taubenschnäbel, Wald-Uschla, Kranzkraut, Gartenhopfen.

Klicke auf die Grafik, um sie in voller Größe anzusehen

In den Pflanzennamen steckt ein in Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergetragenes Wissen. Sie verraten viel über die Pflanze: ihr Aussehen, ihren Standort, den Nutzen, den der Mensch aus ihr als Nahrungsmittel und Heilkraut zog, die Bedeutung die sie für ihn als mystische Pflanze besaß. Namen wie Erdefeu oder Gundelrieme nehmen auf den Phänotypen und die Ausläufer Bezug, die die Pflanze am Boden bildet. Gartenhopfen, Suppenkraut oder Soldatenpetersilie verweisen auf die verschiedenen Verwendungen als Gewürz. So war der Gundermann ein wichtiger Bestandteil der Gründonnerstagssuppe oder wurde beim Bierbrauen hinzugefügt. Der Pflanze wurden aber auch Zauber- und Wunderkräfte zugesprochen, darauf verweisen die Namen Wunderrebe und Donnerrebe. In ihr sollte ein Schutzgeist leben, der Dämonen und Hexen bannte (Vgl. Bächthold-Stäubli 2000, Spalte 1203). Nach der Mythologie verhalf Gundermann den Kühen zu mehr Milch, in den Rocksaum genäht sollte er Frauen fruchtbarer machen, im Haus aufgehängt sollte er dieses vor Unheil bewahren. Das Tragen eines Gundermannkranzes zur Walpurgisnacht (siehe auch den Namen Kranzkraut) oder der Blick durch diesen Hindurch befähigte dämonisches zu erkennen und zu meiden. (Vgl. Pulkowski 2016, 15 ff) Im Allgemeinen wird der Pflanze im Brauchtum die Eigenschaft zugeschrieben, das ans Licht zu bringen, was der realen Welt verborgen bleibt.

Animierter Banner "Mystischer Gundermann". Klicke auf ihn um zu einer Animation weitergeleitet zu werden
Klicke auf den Banner!
Besuche den Gundermann auf Instagram! Klicke auf die Grafik

Wer versteht das Wortspiel des Insta-Namens? Kommentiert eure Gedanken!

Außerdem findest du in den Story-Highlights ein Mini-Tutorial, wie du Gundermann für deinen Balkon oder deine Terrasse vermehren kannst und eine Anleitung zur Herstellung von Gundermannsalbe!

Informatives, eher unterhaltsames Video über den Gundermann vom Youtube-Kanal Buschfunkistan

Quelle

Pulkowski, Horst: Mein Name ist Gundermann. 2016

Autorin: Luise Tautenhahn

Plakat

Klicke auf das Plakat um es in voller Größe zu sehen

Kategorien
Heilpflanze Pflanzenwachstum Zimmerpflanze

Geldbaum

In so manchem Märchen gibt es einen verzauberten Wunderbaum, der, kaum schüttelt man daran, Geldmünzen und andere Schätze zu Boden wirft. Ähnlich geheimnisvoll verhält es sich mit der Pflanze Crassula Ovata, die der Volksmund mit zahlreichen Beinamen wie Jadepflanze, Pfennigbaum, Glücks- oder Geldbaum belegt.

Was es mit diesen verschiedenen Namen auf sich hat, fragst du dich? Der Geldbaum – als solchen habe ich ihn kennengelernt – hat in den verschiedensten Kulturen eine weit zurückreichende Tradition.

Die Ursprünge dieser Traditionen sind bei indigenen Gruppen wie den Khoikhoi in Südafrika, aber auch in der chinesischen Feng-Shui-Lehre zu finden. Bei den Khoikhoi wurde die Crassula Ovata als Heilpflanze gegen Magen-Darm-Erkrankungen und zur Desinfektion von Wunden eingesetzt. Hierfür wurden die Blätter oder die geriebenen Wurzeln gekocht und anschließend mit dickflüssiger Milch gegessen. 

Geldbaum: Crassula Ovata. Blattansicht
Crassula Ovata: Blatt

Doch wie wirksam die heilenden Kräfte der Crassula Ovata heutzutage wirklich noch sind, darf bezweifelt werden. In einer Studie wurde die Crassula Ovata auf ihre medizinische Wirksamkeit, also auf ihre antibiotischen Eigenschaften, geprüft. Den Ergebnissen der Studie zufolge, konnten die Pflanzenextrakte in den meisten Fällen weder bei Magenverstimmungen noch bei der Desinfektion von Wunden helfen. Auch wenn nicht abschließend geprüft werden konnte, ob das Extraktionsverfahren effizient genug oder die Konzentration zu hoch oder niedrig war, gilt es als relativ sicher, dass die Crassula Ovata in antiken Zeiten als populäre Heilpflanze in den verschiedensten Kulturen ihre Anwendung fand, heute allerdings kaum mehr Erfolge zu erbringen vermag.

Damit soll der Pflanze ihre Wirkung in antiken Zeiten allerdings nicht abgesprochen werden: Die Forscher:innen vermuten, dass es durchaus einen Zusammenhang zwischen dem industriellen Fortschritt der Länder China und Südafrika, der daraus resultierenden Umweltverschmutzung und der abnehmenden Wirksamkeit der Crassula Ovata geben könnte. So sei es möglich, dass sich eine eventuelle Veränderung des Genoms der Pflanze auf ihre antibiotischen Eigenschaften ausgewirkt haben könnte.

Das ist dir jetzt doch ein wenig zu nüchtern und trocken? Dann schnell ein Schwenk nach China zur traditionellen Lehre des Feng-Shui! Laut Feng-Shui ist der Geldbaum eine Pflanze, die der Besitzer:in Glück und Wohlstand bringt. Praktizierende glauben, dass, stellt man ihn nur in die südöstliche Ecke eines Hauses, der Geldbaum zu einem ausgewogenen Gleichgewicht und Harmonie im Wohnbereich beiträgt. In chinesischen Geschäften, deren Inhaber:innen an die Lehre des Feng Shui glauben, findet sich häufig ein Geldbaum genau neben der Kasse.

Blatt des Glücksbaums. Von vorne zu sehen. In Form eines vierblättrigen Kleeblatts. Symbol für Glück.
Glücksbaum: Crassula Ovata

Längst ist die Pflanze auch zu uns nach Europa geschwappt und ein echter Trendsetter unter den Zierpflanzen geworden. Du überlegst noch, was du der besten Freund:in zum Geburtstag schenken sollst? Ein Geldbaum als Symbol für Glück, Harmonie und Wohlstand, der gleichzeitig ein echter Hingucker ist, wäre da vielleicht eine Idee. 

Gelbaum: Crassula Ovata. Von vorne zu sehen. Zimmerpflanze im Blumentopf
Zimmerpflanze
Um zu sehen, wie der Geldbaum wächst, klicke oben!
Klicke auf das Banner

Links

Geldbaum richtig pflegen
Namensvielfalt und Steckbrief (Vorsicht Produktwerbung)


Quellen

Crassula Care (2021): Jade Plant Crassula Ovata Care Growth, Propagation, & Uses-FAQs. Online: https://crassulacare.com (Vorsicht Produktwerbung) (zuletzt besucht am 9.07.2021)

Mwangi Muiruri (2016): Phytochemical and Antimicrobial Activity of (Crassula ovata) Jade Plant on Different Strains of Bacteria. Nairobi, Kenia: Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology. Online: https://www.researchgate.net/publication/283527553_Phytochemical_and_Antimicrobial_Activity_of_Crassula_ovata_Jade_Plant_on_Different_Strains_of_Bacteria (zuletzt besucht am 11.07.2021)

Autorin des Beitrags: Lisa Epp

Plakat zu dieser Seite
(Klick auf das Plakat für PDF)
Kategorien
Garten Gesundheit Heilpflanze

Apotheke im Garten

Viele Menschen suchen bereits bei leichten Beschwerden eine Apotheke oder Drogerie auf, um sich ein Hilfsmittel zu besorgen. Dabei lässt sich eine Lösung oft schon im eigenen Garten finden!

Ringelblumensalbe

  • 50g frische oder 25g getrocknete Blüten
  • 250ml kalt gepresstes Olivenöl
  • 20-40g gereinigtes Bienenwachs

Blüten und Öl sollten unter ständigem Rühren ca. 20 Minuten lang sieden – sie dürfen dabei aber nicht anbrennen! Anschließend wird mit einem feinen Sieb das Öl abgeseiht und die aufgefangenen Pflanzenteile noch einmal ausgepresst. Im Öl sollten sich dann keine Pflanzenteile mehr befinden. Danach wird das Wachs dazugegeben und verrührt. Notfalls muss alles noch einmal leicht erhitzt werden. Abschließend wird die Salbe zum Aushärten in eine saubere Dose umgefüllt.

Ringelblumensalbe lässt sich gut als Handcreme anwenden

Kamillentee

Vor dem Trinken Kamillenblüten noch mit einem Sieb entfernen

Breitwegerich-Blasenpflaster

Breitwegerich eignet sich gut als Hilfsmittel gegen Blasen an den Füßen. Dazu müssen Blattgrund und Stil voneinander getrennt werden. Anschließend platziert man das Blatt an der Blase und fixiert es, am besten, indem man einen Socken darüber zieht. Läuft man dann weiter in den Schuhen, wird dadurch der Pflanzensaft aus dem Blatt gequetscht und die Haut kann die helfenden Wirkstoffe aufnehmen.

Das Breitwegerich-Blasenpflaster am besten mit einem Socken fixieren
Klicke auf das Banner!
Hier findest du eine kleine Übersicht! (Klick für PDF)

Weiterführende Links

Quellen

Plakat zu dieser Seite (Klick für PDF)

Kategorien
Biologie Garten Gesundheit Heilpflanze

Der Allrounder aus der Küstenregion

Lavendel als Pflanze der vielen Möglichkeiten

Der Lavendel ist eine Pflanze aus der Gattung der Lavendel (Lavandula) und gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Es gibt in etwa 25 bekannte Lavendelarten, wobei im mitteleuropäischen Raum überwiegend der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) kultiviert wird. Dieser ist kälte-robuster als andere Arten seinesgleichen.

Signifikant für den Halbstrauch ist der kompakte kissenförmige Wuchs mit stark verzweigten Trieben, welche aufrecht hinauf ragen. Gräulich-grüne nadelförmige Blätter und violettblaue aromatische Blütenstände, aufgereiht in mehreren Reihen, sind charakteristisch. Der ährenartige Blütenstand nimmt bis zu acht Zentimetern der 60 bis 100 Zentimeter hohen Pflanzen ein. Weitere Lavendelarten blühen unter anderem rosa oder sogar weiß. Von Juni bis August kann man die wunderschönen Blüten des Lavendels betrachten. Beheimatet ist der Lavendel an trockenen warmen Hängen in den Küstenregionen des Mittelmeeres. In unseren Breitengraden finden wir den Lavendel auch, zunehmend als Garten- und Zierpflanzen, vor.

Drei gereihte Bilder von verschiedenen Lavendelarten. Schopf-Lavendel: kurze Pflanze mit dickeren Blättern und dickerer dunkel-violetter Blütenähre.
Lavandin (Hybrid-Lavendel): ein Lavendelmischling, der in dem Bild eine feingliederige hell-violette blühende Blütenähre trägt.
Speik-Lavendel: im Bild wird eine langgezogene violette Blütenähre der Pflanze gezeigt. Die Blütenähre ist sehr kompakt und verläuft schmaler und spitzer zum Ende hin.
Schopf-Lavendel, Lavandin (Hybrid-Lavendel) und Speik-Lavendel (v.l.)

Lavendel wird vielfältig genutzt. Bereits im römischen Reich wurde Lavendel genutzt um aus diesem duftende Bade-Essenzen zu gewinnen. Der Name „Lavendel“ wird daher vom lateinischen Wort lavare abgeleitet, was übersetzt so viel wie „waschen“ heißt. In Deutschland wurde der Lavendel oftmals auch als sogenanntes „Waschkraut“ bezeichnet.

Getrocknete Lavendelblüten auf weißem Untergrund.
Getrocknete Lavendelblüten

Die Verwendung von Lavendel ist vielfältig wie die Pflanze selbst: als Basis für Duftstoffe und ätherische Essenzen, zur Zierde selbst oder Heilpflanze nutzt man Lavendel häufig. Des Weiteren findet man Lavendel mitunter in der Küche als Gewürz wieder, wo nicht nur Soßen und Süßspeisen verfeinert werden, sondern auch Lamm, Fisch und Salate mit Lavendel serviert werden.

Im Haushalt selbst findet man häufig Lavendelsäckchen um in Wandschränken und Kommoden Motten fernzuhalten. Lavendel kann ebenso für Waschmittel verwendet werden. In Ölen, Aroma, Sirup oder wohltuendem Tee kommt der Lavendel ebenso zum Einsatz. Besonders die ätherischen Öle aus Blüten und Blättern wirken beruhigend für den Geist und die Seele.

Ein sich bewegendes Banner mit Lavendelblüten-Grafiken. Schwarze Schrift auf weißem Hintergrund: "Eine Tasse Tee?".
Klicke den Banner für eine Tasse köstlichen Lavendeltee!

Im Tee wirkt der Lavendel entspannend und soll einen tiefen und gesunden Schlaf fördern. Zudem soll der Lavendeltee antibakteriell wirken und so auch entzündungshemmend für Hals- und Rachenentzündungen angewandt werden. Blähungen, Bauchkrämpfe, Verdauungsbeschwerden und Völlegefühl kann der Tee ebenso lindern. Die bekannten Namen „Schwindelkraut“ und „Nervenkräutel“ verweisen ebenso auf die wohltuende und heilende Wirkung. Kopfschmerzen und Nervosität werden noch heute mithilfe der Heilpflanze gelindert. Auch die Wundheilung wird durch Lavendelöle begünstigt. Aufzeichnungen des französischen Militärarztes Jean Valnet während des Indochina-Krieges 1950-1952 belobigen die Begünstigungen der Wundheilung.

Schwarze Schrift auf weißem Hintergrund: "Lavendel kann sehr hilfreich sein... ...so kannst du deinen eigenen Lavendel Zuhause ziehen! Klicken für die Anleitung"
Dazu ist eine Lavendelgrafik zu sehen.
Eine Anleitung zum Ziehen von Stecklingen (PDF anzeigen)

Weiterführende Links

Balsam für Körper und Seele

10 wunderbare Anwendungen für Lavendel

Quellen

Hierl, E. (2019): Lavendel. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/10/29/lavendel. DAZ.online. Online im Internet [11.07.2021]

Jachomowski, I. (2021): Lavendel – ein mediterraner Blühstrauch. https://www.gartenjournal.net/lavendel-herkunft. Gartenjournal. Online im Internet [11.07.2021]

Sabine (2021): Lavendel vermehren: Vermehrung durch Stecklinge, Aussaat & Teilung. https://www.plantura.garden/leserfragen-2/kraeuter/lavendel-vermehren-vermehrung-durch-stecklinge-aussaat-teilung#Lavendel_ueber_Stecklinge_vermehren. Plantura Magazin. Online im Internet [11.07.2021]

Siemens, F. (2017): Lavendel. https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/lavendel. Mein schöner Garten. Online im Internet [11.07.2021]

Autorin des Beitrags: Roxana Aust

Vorschaubild für das Lavendel-Plakat. Weiße Schrift "Der Allrounder aus der Küstenregion" auf Fotountergrund, welcher frischen Lavendel vor der Blütezeit zeigt.
Plakat zu dieser Seite (PDF anzeigen)

Kategorien
Heilpflanze Nutzpflanze Pflege

Aloe Vera – Die inneren Werte zählen

Als Heilpflanze hat die Aloe Vera eine lange Tradition. Das Gel, das sich im Inneren der Blätter befindet, wird seit der Antike zur Hautpflege und zur Behandlung von Hauterkrankungen verwendet. Bereits die sagenumwobene ägyptische Königin Kleopatra soll die Aloe Vera zur Körperpflege genutzt haben.

Die Aloe Vera auch Echte Aloe genannt gehört zur Gattung der Aloen, die zur Familie der Xanthorrhoeaceae (Grasbaumgewächse) gehören. Aloe Pflanzen sind Sukkulente (lateinisch: suculentus für ‚saftreich‘). Es gibt Blatt-, Stamm- und Wurzelsukkulente. Die Aloe Vera ist eine Blattsukkulente, was bedeutet, dass die Blätter als Pflanzenorgan zur Wasserspeicherung umgebildet sind.

dickfleischige Blätter der Blattsukkulente
frisch abgeschnittenes Aloe Vera Blatt

Im Inneren der Blätter befindet sich das Aloe Vera Gel, dem viele wundersame Wirkungen zugesprochen werden. Es besteht in etwa zu 99% aus Wasser. Hinzu kommen diverse Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, Aminosäuren, Kohlenhydrate und weitere Zucker sowie Enzyme.

Gel einer frischen Aloe Vera

Die für die Wundheilung bedeutsamsten Inhaltsstoffe sind Acemannan und Salicylsäure. Acemannan, das in Bezug zur Aloe Vera Aloverose genannt wird, ist ein langkettiges Zuckermolekül, das die körpereigene Abwehr aktiviert und die Wundheilung fördert. Salicylsäure hat eine stark schmerzlindernde Wirkung und ist als Ausgangsstoff von Asperin bekannt.

Klicke auf das Banner und lass Dich überraschen

Der Aloverose Anteil der Aloe Vera ist dann am höchsten, wenn die Pflanze schonend und vor allem rasch verarbeitet wird. Sogenannte Mikropulverisierte Aloe Vera, die von den Herstellern mit Wasser wieder zu Gel verarbeitet wird, weist eine deutlich schlechtere Wirkung auf, als das Gel einer frischen Aloe Vera. Jegliche Art von Trocknungsverfahren führt zu einer bis zu 40 prozentigen Abnahme an Aloverose. Wer also Qualität will, sollte auf eine frische Verarbeitung der Aloe Vera achten. Mein Tipp: Die eigene Aloe Vera im Blumentopf. Und so einfach gewinnst Du aus deiner Zimmerpflanze feuchtigkeitsspendende und wohltuende Hautpflege. Kosmetik aus dem Blumentopf – das fühlt sich gut an.

Klicke auf das Banner zur Infografik

Links

Wunderpflanze Aloe Vera?

Acemannan bzw. Aloverose – Wirkung in der Aloe Vera

Quellen

Pflanzenlexikon (2021). Echte Aloe (Aloe Vera). https://www.pflanzen-lexikon.com/index.php?a=aloe-vera&l=de. Online im Internet. [06.07.2021]

Stiftung Warentest (2017). Aloe Vera. Macht die „Wunderpflanze“ wirklich gesund und schön? https://www.test.de/Aloe-Vera-1107149-0/. Online im Internet. [03.07.2021]

Wikipedia (2021). Echte Aloe. https://de.wikipedia.org./wiki/Echte_Aloe. Online im Internet. [20.06.2021]

Autorin des Beitrags: Felicitas Chlubna

Plakat als PDF
Kategorien
Garten Geschmack Gesundheit Heilkräuter Heilpflanze

Zitronenmelisse

Beachtlich Unbeachtet

Melisse ist von allen Dingen, die die Erde hervorbringt, das beste Kraut für das Herz; innerlich genossen macht sie fröhlich und erheitert das Herz. Sie erneuert alle Kräfte des Körpers.

Paracelsus im 16.Jahrhundert

Die Zitronenmelisse mit lateinischen Name melissa officialis ist ein weit verbreitetes Heilkraut und kann durch ihren individuellen Geschmack zur Verfeinerung von herzhaften Gerichten und Süßspeisen beitragen. Melissa (Μέλισσα) stammt dabei aus den griechischen und bedeutet übersetzt Honigbiene, was auf die starke Anziehung des typischen Pflanzengeruchs gegenüber den summenden Hautflüglern zurückzuführen ist. Sie entstammen der Pflanzengattung der Lippenblütler und ist der Familie der Lamiaceae typisc. zuzuordnen. So ist sie mittlerweile in vielen westeuropäischen Gärten sowie in unterschiedlichsten Bereichen der gemäßigten Zone aufzufinden.

Zitronenmelisse während ihrer Blütezeit Mitte Juni
Geschichte

Die 2006 zum Heilkraut des Jahres gekürte Pflanze findet ihre Verwendung schon seit mehreren Jahrtausenden. So wurde sie erstmals von dem griechischen Arzt Pedanios Dioskurides im 1. Jahrhundert zum Behandeln von Bissen und Stichen angeführt, indem sie zu einer Salbe weiterverarbeitet wurde. Die ursprünglichen aus dem arabischen Raum stammende Pflanze wurden daraufhin im frühen Mittelalter in Spanien, Italien und anschließend in gesamt Mitteleuropa kultiviert, wo sie in unterschiedlichsten Klostergärten aufzufinden waren und bis heute überdauert haben.

Die wichtigsten Informationen auf einem Blick. Klick!
Anwendung

Ihr werden unterschiedlichste Wirkungsmöglichkeiten zugeschrieben, die unter anderem bei akuten Stresssituationen und Prüfungsangst zur Beruhigung und Entspannung beitragen können. Zusätzlich sind die in der Pflanze enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe krampflösend, bakterientötend und können bei Darmbeschwerden unterstützen. Durch die in den Blättern zu 4 – 7 % enthaltenen Hydroxyzimtsäure – Derivate ist auch eine Anwendung bei Hautirritation empfehlenswert.

Der typische zitronenartige Geruch, sowie Geschmack, entsteht aufgrund von diversen ätherischen Öle, wie unter anderem Citronnellal, CItral oder β-Caryophyllen. Dadurch findet die Zitronenmelisse eine Verwendung in der Weiterverarbeitung als Gewürzkraut. Beispielsweise Pesto, Parfüm, Likör, Sirup und andere Gerichte, die durch das Aroma der Blätter profitieren.

Eigenes Rezept für Zitronenmelissen – Basilikum Pesto
  • 50 g Basilikum
  • 20 g Zitronenmelisse
  • 20 g Petersilie
  • ~ 5 EL Zitronensaft
  • 40g Cashew Kerne
  • 2 Knoblauchzehen
  • 150ml Olivenöl
  • Salz
  1. Cashewkerne in der Pfanne rösten und anschließend auskühlen lassen.
  2. Knoblauch schälen und in kleine Stücke schneiden.
  3. Basilikum, Petersilie, Zitronenmelisse, Knoblauch und Öl pürieren.
  4. Anschließend zerhackte Cashewkerne hinzufügen, mit Salz abschmecken und solange weiter pürieren bis eine cremige Masse entstanden ist.
  5. Der Zitronensaft kann zum Schluss je nach eigenem Belieben hinzugefügt werden.
Selbstgemachtes Zitronenmelissen – Basilikum Pesto nach o.g. Rezept

Neben dem Pesto ist eine der weitverbreitetsten Anwendungsmöglichkeit die Zubereitung eines Zitronenmelissen Tees, hierfür werden die frischen oder getrockneten Blätter mit heißen, aber nicht kochenden Wasser übergossen und für 10 Minuten ziehen gelassen.

Nach 10 Minuten Ziehzeit bekommt der Tee einen dezenten Gelbstich

Plakat der Sozial Media Kampagne
Quellen und Impressum

Fotos und Texte: Valentin Kirsch

https://www.pastaweb.de/zutaten/kraeuter-und-gewuerze/zitronenmelisse/ [letzter Zugriff: 28.06.2021]

https://www.digitalefolien.de/biologie/pflanzen/heilk/melisse.html [letzter Zugriff: 28.06.2021]

https://kraeuterkontor.de/magazin/zitronenmelisse [letzter Zugriff: 28.06.2021]

http://heilpflanzenwissen.at/pflanzen/melisse/ [letzter Zugriff: 28.06.2021]

Alle Angeführten Verlinkungen und genutzten Quellen von Drittanbieter Webseiten nutzen ihren Inhalt um Informationen über die Thematik bereitzustellen. Hierbei lassen sich keine Rückschlüsse auf Gewerbliche Intentionen erahnen. Somit werden sie als Beleg für für die inhaltlichen Aspekte dieses Worpress-Beitrags angeführt.

Kategorien
Allgemein Biologie Heilpflanze Nutzpflanze

Der gemeine Efeu

Der Gemeine Efeu oder auch Gewöhnliche Efeu (Hedera Helix) ist eine Pflanzenart der Gattung Efeu (Hedera) und verwandt mit den Areliengewächsen (Araliaceae). Der Efeu gilt als einzige einheimische Kletterpflanze in Mitteleuropa.

Widerstandsfähig und resilient gegen Hitze und Kälte erklimmt er im raschen Tempo fast jede Hausfassade, wenn man ihn nicht durch regelmäßiges Schneiden bändigen würde. Bis zu 20 m Höhe kann er in seinem langen Leben (bis zu 500 Jahre) erreichen.

Der Efeu kann auch schon ziemlich gemein sein, denn bei Altbauten sprengt er in so manchen rissigen Hauswänden mit seinem Dickenwachstum den Putz zum großen Ärgernis der Hausbesitzer. Dann wird’s ziemlich gemein.

Er kann allerdings auch anders. Robuste Fassaden können sogar von ihm profitieren. Dann zeigt er sich von seiner netten Seite, denn die dichte Blätterpracht kann den Putz vor Witterungs- und Temperatureinflüssen schützen und einen Lebensraum für etliche Insekten und Vogelarten bieten.

Der Efeu erklimmt in seiner ganzen Pracht eine Hausfassade

Der holzige Stengel des Efeus hält sich mithilfe von Haftwurzeln fest, die an der dem Licht abgekehrten Seite entspringen. Bemerkenswert ist die Heterophyllie in seiner Erscheinungsform. Blätter die auf einer festen Unterlage stehen, sind normalerweise drei-und fünfeckig. Die blühenden männlichen Zweige, die frei von der Unterlage abstehen, nehmen hingegen die Form von Birnbaumblättern an. Die Dolden unscheinbarer, gelbgrüner Blüten erscheinen sehr spät im Jahr. Ihr fauliger, unangenehmer Geruch lockt Aasfliegen und andere Insekten an, die für die Bestäubung zuständig sind und von dem fleischigen Polster unterhalb des Griffels abgeschiedenen Honig naschen. Mithilfe zahlreicher kleinster Luftwurzeln auf der Schattenseite der Ranken erklettert der Efeu höchste Fassaden.

Die giftigen Inhaltsstoffe des Efeus sind zum Verzehr nicht geeignet. Allerdings finden die saponinhaltigen Blätter im medizinischen Bereich ihre Verwendung zur Behandlung von Atemwegserkrankungen z.B. in Hustensaft. Andere Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Kaffeesäure und ätherische Öle können in Salben oder Ölen gegen Cellulite wirken.

Zuletzt erlangte der Efeu auch immer mehr Bekanntheit als Nutzpflanze durch seinen hohen Saponingehalt (ca. 2,5-6%). Saponine bilden nicht nur einen natürlichen Pflanzenschutz gegen Bakterien-und Pilzbefall, sondern haben auch seifenähnliche Eigenschaften, ähnlich wie bei den synthetisch hergestellten Tensiden, die in herkömmlichen Waschmitteln vorkommen. Sie machen die Fett- und Schmutzpartikel, die an der Wäsche haften, löslich. Somit stellt der Efeu eine ökologische, regionale Alternative zu den herkömmlichen Waschmitteln dar. Der immergrüne Efeu ist über das ganze Jahr aufzufinden.

Selbst hergstelltes Waschmittel aus Efeu-Blättern

Vorsicht! Es kann beim Hantieren mit frischen Efeu-Blättern zu Hautirritationen bei empfindlichen Personen führen.

Der saponinhaltige Efeu (PDF anzeigen)

Links

Der Efeu Allgemein

Anwendung der Efeu-Blätter

Efeu in der pharmazeutischen Biologie

Efeu als Waschmittel

Quellen

Autorin des Beitrags: Ricarda Ostermann

Plakat zu dieser Seite
(Klick für PDF)