Grafikwoche

Vom 18.-22. Oktober fand im Institut für Kunstpädagogik unter der Leitung von Alexander Frohberg die Grafikwoche statt. In der Projektwoche wurden verschiedene druckgrafische Techniken individuell erforscht und deren Unterschiedlichkeit und Vielfalt thematisiert.

Zahlreiche Verfahren künstlerischer Techniken stehen im Kanon der bildenden und angewandten Künste, zur Umsetzung bildnerischer Entwürfe zur Verfügung. Den grafischen Techniken ist gemein, dass Sie die Gestaltungsdimensionen von Kontrast und Struktur in besonderem Maße zur Geltung bringen. Die bildnerische Idee wird mittels Punkt, Linie und Fläche, dem Wechselspiel von Schwarz und Weiß, von druckenden und nicht druckenden Bildteilen realisiert. Die Druckgrafik insbesondere, zwingt zum überlegten Arbeiten und zur Auseinandersetzung mit den bildnerischen Entwürfen, im Hinblick auf die verwendeten Techniken, Werkzeuge, Materialien und handwerklichen Methoden. Sie regt durch ihre spezifische bildnerische Wirkung künstlerische Entscheidungen an. Dieses Wechselverhältnis dient auch im Kontext der Kunstpädagogik, zur konzentrierten Auseinandersetzung mit Form und Inhalt beim bildnerischen Arbeiten. Die Grafikwoche ermöglichte den Teilnehmer*innen einen studiengangsübergreifenden Austausch.

Grafikwoche Ergebnispräsentation. Mehr Bilder von der Grafikwoche.

Bei den originalgrafischen Techniken entsteht durch das Anpressen einer seitenverkehrten Druckform auf einen Bedruckstoff ein Abdruck. Im Allgemeinen wird unterschieden zwischen Hoch- Tief- und Flachdruck, hinzu kommen grafischen Zwischentechniken wie Materialdruck oder Monotypie. (Vgl. Homberg 1982, S.107) In der Grafikwoche nutzten die Teilnehmer*innen all diese unterschiedlichen Verfahren in verschiedenen Werkstätten. Sie erprobten die Möglichkeiten der Lithografie (Steindruck), der Typografie (Buchdruck) und freier, experimenteller Techniken des Materialdruckes. Zur Anregung diente das Thema „Erfindungen“. Es umkreist sowohl die technisch-handwerklichen Möglichkeiten und Ausdrucksweisen derer wir uns im kreativen Prozess bedienen als auch die Sphäre innerer Welten die künstlerisch zum Ausdruck gebracht werden sollen.      

Quelle:

Homberg, Konrad (1982): Drucktechniken. In: Günther Regel (Hg.): Techniken des bildnerischen Gestaltens. Ein Handbuch für das Selbststudium und für die Arbeit in Schule, Arbeitsgemeinschaften und künstlerischen Zirkeln. Erw. Neuausg. Berlin: Volk-und-Wissen-Verlag

Weiterführende Literatur:
Berger, Roland (1999): Drucken. Seelze: Friedrich Verlag (Kunst + Unterricht, 232).

Dohmen, Walter (1982): Die Lithographie. Geschichte, Kunst, Technik. Köln: DuMont-Buchverlag.
Flick, Bill (2016): Drucktechniken. Das Handbuch zu allen Materialien und Methoden. Köln: DuMont-Buchverlag.

Homberg, Konrad (1982): Drucktechniken. In: Günther Regel (Hg.): Techniken des bildnerischen Gestaltens.
Ein Handbuch für das Selbststudium und für die Arbeit in Schule, Arbeitsgemeinschaften und künstlerischen Zirkeln. Erw. Neuausg. Berlin: Volk-und-Wissen-Verlag.

Koschatzky, Walter (1972): Die Kunst der Graphik. Technik, Geschichte, Meisterwerke. München: Dt. Taschenbuch Verlag.

Lohwasser, Kurt P. (1982): Holz und Linolschnitt. Japanische Holzdrucktechnik, Holzstich, Metallätzung. Wiesbaden: Bauverlag.

Lohwasser, Kurt P. (1980): Lithographie für Künstler. Photolithographie, Lichtdruck, Heliogravure. Wiesbaden: Bauverlag.

Miller, Monika; Zander-Hering, Ute (Hg.) (2015): Drucken ohne Presse. Seelze: Friedrich Verlag (Kunst + Unterricht, 391/392).

Werkstattbetreuung: Nele Jochheim (Typografie), Nathalia Peña (Materialdruck), Alexander Frohberg (Lithografie)

Vielen Dank für die Unterstützung in der Projektwoche an Markus Laube und Maria Sainz Rueda!